Landshut intim

Gestern war ich on Tour im Freistaat. Sie endete in Landshut beim dortigen Poetry Slam.

Die Nacht zuvor hatte ich darauf verwendet, den neuen Text „Das Böse in meinem Keller“ a.k.a. „Wilfried“ auszubauen, überzubügeln und besser zu chronologisieren. Endlich mal wieder ein Winner-Text. Wie lange musste ich darauf warten?

Das kleine Theater hat seinen Namen zurecht, denn zunächst habe ich es nicht gefunden. Punkt 20 Uhr hat mich Heiner dann herbeitelefoniert, ich war schon zehn Minuten im Umkreis von 50 Meter suchend umhergeirrt. Die Größe des Theaters war für die herbeigeströmten Massen auch nur zwingend ausreichend. Anders gesagt: Das Ding war proppevoll.

In „Das Böse in meinem Keller“ geht es darum, dass alles Übel der Menschheit auf nur eine einzige Person zurückzuführen ist, Wilfried ist quasi der Antichrist, der von Anfang an die Fäden in der Hand hat, straight ahead auf die Apokalypse zusteuert (und momentan in meinem Keller wohnt).

Ganze vier Leute waren im Wettbewerb. Eine so kleine Besetzung gab es für mich zuletzt vor etwa anderthalb Jahren im Blue Shell in Köln, glaub ich. Der folgende Absatz ist dreist aus Langes Slam-Blog rüberkopiert:
[…] der Abend der neuen Texte. Bumillo brachte seinen “Bock! Bock!”-Text zum ersten Mal im Wettbewerb, allerdings vom Blatt, was seiner Perfomance etwas abträglich war – er ist eben ein klassischer Auswendigperformer. Christian Ritter präsentierte seinen neuen Text “Wilfried”, den man wohl noch so einige Male zu hören bekommen wird – das Publikum war nämlich sehr überzeugt. […]

Wilfried verursacht unter anderem den Sündenfall, den dreißigjährigen Krieg, den Antijudaismus, den Nordirland-Konflikt, die Klimaerwärmung, die Lieder Walthers von der Vogelweide, den Bau der Berliner Mauer, die Weltwirtschaftskrise 1929, den 11. September und vieles weitere mehr.

Dennoch war – wie oben steht – das Publikum erfreut und überzeugt, ich der Punktsieger der Vorrunde und im Finale reichte es für einen Doppelsieg mit Bumillo. Immerhin mal wieder gewonnen. Ich dachte ja schon, das könnte ich gar nicht mehr.

Mit meinem Vortrag des neuen Texts war ich, spätestens als ich mir heute Mittag den Mitschnitt angehört habe, trotzdem gar nicht zufrieden. Als heimlicher Perfektionist, der ich ja bin: das muss noch ein paar Stufen besser werden – so anderthalb vielleicht.

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Ein Gedanke zu “Landshut intim”

  1. „Mit meinem Vortrag des neuen Texts war ich, spätestens als ich mir heute Mittag den Mitschnitt angehört habe, trotzdem gar nicht zufrieden. Als heimlicher Perfektionist, der ich ja bin: das muss noch ein paar Stufen besser werden – so anderthalb vielleicht.“ Ich war auch sehr begeistert ohne den anderthalb Stufen, aber ich steh eh nich so auf viel Bewegung und Treppensteigen, also großes Lob an dich, mir hats sehr gut gefallen, was ich von dir gehört habe 😉
    Grüße aus Landshut (:

Meine wichtige Meinung hierzu:

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