Schwulerei bei Domian

Bei Domian war heute Nacht ordentlich was los. In der Sendung und bei der Twitter-Begleitung. Der letzte Anrufer hat erzählt, dass er sich bei einem Promi mit HIV infiziert hat und ein paar Hinweise darauf gegeben, wer das denn genau war. Daraufhin wurde auf Twitter wild spekuliert und mindestens 20 Prominenten ist nun Gelegenheit gegeben, Rufschädigungsklagen zu versenden. Chapeau! Außerdem geschah dies:

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Nun bitte gut festhalten für die Top 3:

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Ich finde es höchst bemerkenswert, so was öffentlich von sich zu geben und dachte, ich helfe denen einfach mal hiermit, ihre Ansichten ein wenig großflächiger zu verbreiten. Haben alle nicht so viele Follower (zurecht) und freuen sich sicher. Gern geschehen.

Und was sagt Domian dazu?

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Lassen Sie mich durch, ich bin Autor

Mein vierter Besuch der Leipziger Buchmesse steht an. Diesmal sind gleich drei aktuelle Bücher von mir im Gepäck, aus denen ich hier und da vorlesen oder darüber reden werde. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem großen Buch, also Die sanfte Entführung des Potsdamer Strumpfträgers. Um mir auch selbst Abwechslung zu verschaffen, lese ich außerdem aus dem topaktuellen Brummen und aus Geschlechtsverkehr: Eine Einführung.

In Leipzig halte ich mich, wie ich selbst meinen Berichten aus den Vorjahren (2011/2012/2013) entnehme, recht gerne auf. Man trifft viele Bekannte und schafft sich auch neue an. Zwischendurch bleibt immer noch genug Zeit, in Lesungen anderer reinzuhören, Promis zu bejubeln, Cosplayer in abstrakten Posen zu begutachten, sich Gratis-Kulis einzustecken und Gratis-Häppchen einzuschieben. Und sich scheinbar interessiert von dubiosen Zuschussverlagen vollsabbeln zu lassen, die einem die Hucke volllügen, um nach zwanzig Minuten einzuwerfen “Hatte ich schon erwähnt, dass ich bei Heyne verlegt werde?” Ja, das macht Spaß. Man wird nur selten körperlich angegriffen.
Ich habe mich mit dieser Zusammenfassung jetzt schön in Vorfreude geschrieben. Das hier wird passieren:

FREITAG, 14. MÄRZ
12.30-13.00 Uhr, Messe: Strumpfträger-Lesung bei Buch aktuell, Halle 3, Stand E401
13.00-14.00 Uhr, Messe: Autor am Stand, zum Plaudern und Anfassen am HEYNE-Stand, Halle 3, Stand C101
15.45-16.00 Uhr, Messe: 1. Kurzauftritt in der TEXTBOX, Glashalle.
16.45-17.00 Uhr, Messe: 2. Kurzauftritt in der TEXTBOX, Glashalle.
17.00.-18.00 Uhr, Messe: Blog’n’Talk. Blogger-Treffen am Random House/HEYNE-Stand, Halle 3, Stand C101

SAMSTAG, 15. MÄRZ
15.00 Uhr, Messe: Interview auf dem Roten Sofa von Mephisto 97.6, Glashalle
19.00 Uhr, Café Puschkin: Solo-Lesung (im Rahmen von Leipzig liest)
23.15 Uhr, Neues Rathaus: Lit.Pop Poetry Slam

Zusammengefasst sind das also zwei Stunden und zehn Minuten Bühnenzeit, plus zweieinhalb Stunden Plauderzeit. Kann mich auch verrechnet haben, jedenfalls mehr als je zuvor. Freude. An den Ständen des Unsichtbar Verlags und von Lektora bin ich zwischendurch natürlich auch überraschend anzutreffen. Geschlafen wird wieder am Sonntag. Man sieht sich.

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Verzeihen Sie, könnten Sie brummen?

Überraschend gibt es seit heute ein neues Buch von mir. Es beinhaltet nur eine Geschichte. Es ist ein Minibuch. BRUMMEN ist eine 30-kleinseitige Erzählung über eine Frau, die sich nicht anfassen kann und einen Mann, der Pfandflaschen sammelt. Da sie etwas zu poetisch für meine sonstigen Druckerzeugnisse geraten war, habe ich sie beim international renommierten Literaturwettbewerb Wartholz eingereicht, wo sie aus knapp 700 Einsendungen für das Preislesen der letzten 12 ausgewählt wurde. Derart honoriert, stürzte sich sofort der Unsichtbar Verlag darauf und bringt BRUMMEN nun als Band 8 seiner Minibuch-Reihe, auf 10 x 7 cm Größe.

Vom 14. bis 16. Februar war ich also in Reichenau an der Rax in Niederösterreich und ließ mich gegen meine Gewohnheit von einer Fachjury bewerten. Die Lesung machte Spaß, die Jury war sich jedoch hinterher leicht uneinig. Originalzitate: “Eine fantastische, wenn auch abartige Liebesgeschichte”, “gerade in der liebevollen Zeichnung der Charaktere liegt die Brutalität”, “endlich mal kein allzu ernster Beitrag”, “ziemlich sexuell aufgeladen”, “mir war es zu unernst”, “köstlich”, “Mist”.

Darüber, dass die Geschichte mehr in Richtung Komik tendiert, war man sich jedenfalls einig. Es geht um zwei phobische Außenseiter, Denunziantentum, Gewalt gegen Kinder und als Zentralmotiv eine Holzbank. Das ist nunmal komisch. Käme auch im Satire Gipfel gut an.

Die schönste Beurteilung kam dann von einer lieben Zuschauerin, die am nächsten Morgen meinte, sie sei darüber erschüttert gewesen, dass bei meinem Vortrag so viel gelacht wurde, weil es für sie eine tieftraurige Geschichte über das Alleinsein war, die sie sehr berührt habe. Da war ich auch berührt.

Es steht also fest, dass nichts feststeht. Möge sich jeder Leser ein eigenes Urteil bilden. Jedenfalls ist es die literarische höchstgeadelte Geschichte, die ich bislang veröffentlicht habe. BRUMMEN gibt es auf 30 Miniseiten für einen Zwickel (zwei Euro) beim Unsichtbar Verlag, auch direkt bei mir nach allen öffentlichen Auftritten zu selben Konditionen und als E-Book-Version zum Sofortlesen und einen Spottpreis hier zum Download.

Und so geht es los:

Sie berührte sich selbst nur in Notfällen. Also nie. Sie hatte lieber leblose Gegenstände in Händen, einen Hammer, die Fernbedienung oder ein Brot. Besonders problematisch war es bei der Körperhygiene. Sie brauchte dazu Hilfsmittel, Werkzeuge, die sie zwischen Hände und Körper, zwischen sich und sich brachte. Wenn sie ihre eigenen Hände auf ihrer Haut spürte, glaubte sie nicht, dass es ihre waren. Sie bildete sich immer ein, es wären andere …

Brummen