Verzeihen Sie, könnten Sie brummen?

Überraschend gibt es seit heute ein neues Buch von mir. Es beinhaltet nur eine Geschichte. Es ist ein Minibuch. BRUMMEN ist eine 30-kleinseitige Erzählung über eine Frau, die sich nicht anfassen kann und einen Mann, der Pfandflaschen sammelt. Da sie etwas zu poetisch für meine sonstigen Druckerzeugnisse geraten war, habe ich sie beim international renommierten Literaturwettbewerb Wartholz eingereicht, wo sie aus knapp 700 Einsendungen für das Preislesen der letzten 12 ausgewählt wurde. Derart honoriert, stürzte sich sofort der Unsichtbar Verlag darauf und bringt BRUMMEN nun als Band 8 seiner Minibuch-Reihe, auf 10 x 7 cm Größe.

Vom 14. bis 16. Februar war ich also in Reichenau an der Rax in Niederösterreich und ließ mich gegen meine Gewohnheit von einer Fachjury bewerten. Die Lesung machte Spaß, die Jury war sich jedoch hinterher leicht uneinig. Originalzitate: „Eine fantastische, wenn auch abartige Liebesgeschichte“, „gerade in der liebevollen Zeichnung der Charaktere liegt die Brutalität“, „endlich mal kein allzu ernster Beitrag“, „ziemlich sexuell aufgeladen“, „mir war es zu unernst“, „köstlich“, „Mist“.

Darüber, dass die Geschichte mehr in Richtung Komik tendiert, war man sich jedenfalls einig. Es geht um zwei phobische Außenseiter, Denunziantentum, Gewalt gegen Kinder und als Zentralmotiv eine Holzbank. Das ist nunmal komisch. Käme auch im Satire Gipfel gut an.

Die schönste Beurteilung kam dann von einer lieben Zuschauerin, die am nächsten Morgen meinte, sie sei darüber erschüttert gewesen, dass bei meinem Vortrag so viel gelacht wurde, weil es für sie eine tieftraurige Geschichte über das Alleinsein war, die sie sehr berührt habe. Da war ich auch berührt.

Es steht also fest, dass nichts feststeht. Möge sich jeder Leser ein eigenes Urteil bilden. Jedenfalls ist es die literarische höchstgeadelte Geschichte, die ich bislang veröffentlicht habe. BRUMMEN gibt es auf 30 Miniseiten für einen Zwickel (zwei Euro) beim Unsichtbar Verlag, auch direkt bei mir nach allen öffentlichen Auftritten zu selben Konditionen und als E-Book-Version zum Sofortlesen und einen Spottpreis hier zum Download.

Und so geht es los:

Sie berührte sich selbst nur in Notfällen. Also nie. Sie hatte lieber leblose Gegenstände in Händen, einen Hammer, die Fernbedienung oder ein Brot. Besonders problematisch war es bei der Körperhygiene. Sie brauchte dazu Hilfsmittel, Werkzeuge, die sie zwischen Hände und Körper, zwischen sich und sich brachte. Wenn sie ihre eigenen Hände auf ihrer Haut spürte, glaubte sie nicht, dass es ihre waren. Sie bildete sich immer ein, es wären andere …

Brummen

 

Advertisements

Meine wichtige Meinung hierzu:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s