Achtung, hier kommt ein Karton

Schon gewusst? Asylbewerber in Deutschland erhalten (nicht viel) Geld, um sich selbst versorgen zu können. Zum Beispiel mit Kleidung, Hygieneartikeln und Essen. Asylbewerber in Bayern hingegen bekommen kein Geld, sondern Post. Nur in Bayern gilt noch das Sachleistungsprinzip, hier werden die Güter des täglichen Bedarfs in Paketen ausgeliefert, zusätzlich gibt es großzügige 40,90 Euro pro Person und Monat. Dazu vierteljährlich ein Hygienepaket mit neuer Zahnpasta etc. und zwei Mal die Woche ein Essenspaket. Man kann durchaus ankreuzeln, was man darin gerne hätte, aber die Wahlmöglichkeit ist sehr beschränkt.
Kurz gesagt: Eine selbstbestimmte Versorgung mit Lebensmitteln gibt es für Asylbewerber in Bayern nicht. Sich mal was gönnen, ein Leckerli, oder zum Beispiel das eigene Lieblingsessen, ist nicht drin. Vielleicht unterscheidet sich das eigene kulinarische Empfinden womöglich von dem, was der Freistaat Bayern für lecker hält?

Pro-Asyl1

Für eine Woche wirke ich daran mit, das zu ändern. Ich habe einem Asylbewerber sozusagen zwei Essenspakete abgekauft, die ich nächste Woche frei Haus geliefert bekomme. Er hat dann auch mal eine freie Entscheidungsmacht und ich gucke, was in so einem Paket eigentlich drin ist – und esse es. Sonst nichts. Das habe ich mir natürlich nicht selbst ausgedacht, ich wirke bei der Aktion „Und? Schmeckt’s?“ der Initiative „Freund statt fremd“ mit. Hier der Aktionstext:

Mit unserer Aktion „Und? Schmeckt’s?“ (9. bis 15. Juli) wollen wir darauf aufmerksam machen und haben Prominente gebeten, sich eine Woche lang im Selbstversuch wie ein bayerischer Asylsuchender zu ernähren. Immer mit der Vorstellung, diese Woche wäre wie jede andere Woche auch. Und auch immer in dem Gedanken daran, dass die Essenspakete Teil eines Systems sind, das Flüchtlingen noch auf vielfältige andere Weise am “normalen Leben” nicht teilhaben lässt (Arbeitsverbot, Residenzpflicht, keine Sprachkurse…).

Natürlich war ich auch etwas geschmeichelt, nun als Promi durchzugehen. Immerhin verwährt mir das nun die Teilnahmemöglichkeit an Quizshows für normale Menschen im Fernsehen. Da muss es dann auch eine gute Sache sein. Am Dienstag kommt das erste Paket, wir „prominente“ Teilnehmer wurden ausdrücklich gebeten, aus unseren Erfahrungen damit zu berichten. Ich plane ein spektakuläres Unboxing-Video, und dann mal schauen.
Alle Beiträge der Teilnehmer werden auf dem Essenspakete-Blog zusammengetragen.

Der Restinhalt meines Kühlschranks kann übrigens am Dienstag bei mir abgeholt werden, falls jemand Interesse dran hat. Es ist noch Schokolade da.

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4 Gedanken zu “Achtung, hier kommt ein Karton”

  1. also, da gibts ,soweit ich das verstehe mehrere „kasten“ in deutschland-bzw. bayern!erst kommen mal die reichen lobbyisten und die was zu sagen haben(von der csu/cdu und so)-dann promis und reiche….die nix zu sagen haben-aber auch nix sagen….dann die „mittelschicht“-das fussvolk der obengenannten, dann die arbeitnehmer,die wiederrum das fussvolk der mittelschicht und die manövriermasse der ganz oben genannten sind.dann die geringverdiener…(sklavenersatz sozusagen)….dann arbeitslose und hartz IV ler, die ja nicht soooo wichtig sind-und am schluss die asylbewerber….die den mist den sie erleben mussten-und immer noch erleben müssen den ganz oben genannten zu verdanken haben…..!
    „die würde des menschen ist unantastbar…usw…“ wo das zitat wohl herkommt ???

  2. Laut dem Artikel auf Jetzt.de beschwerst du dich über das eingeschränkte Getränkeangebot. Warst du jemals Student, o.ä., der sich seinen Lebensunterhalt selber verdienen muss und von 700 Euro im Monat leben muss? Falls nein, weißt du es vielleicht nicht aber man kann auch so etwas wie Leitungswasser trinken. Oftmals sogar total gratis.
    Vielleicht sollte man die Asylbewerber aufklären,dass das Leitungswasser in Deutschland trinkbar ist.

    1. Ich war ein paar Jahre Student und habe auch Erfahrungen mit Leitungswasser gemacht, durchaus.

      Man könnte natürlich auch das ganze Paket wegschmeißen und im Wald Beeren pflücken und Bären jagen, kann man immerhin auch alles essen, nicht?

Meine wichtige Meinung hierzu:

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