Ein für Dreiviertel Mal!

Ich habe viel gelernt in meinem Leben. Es ist erstaunlich, dass es immer noch Sachen gibt, die ich nicht weiß. Einige sogar.
Vor allem in Punkto Kommunikation innerhalb des deutschen Sprachraums lernt man beim rastlosen Umherreisen neue Ausdrücke, Redewendungen, Wortgebilde, Sprachlogiken. Bei mir war (ist und wird es sein) es jedes Mal so, dass ich einmal etwas falsch gesagt habe, es mir habe erklären lassen und es mir schließlich gemerkt habe, um es für den Rest meines Lebens richtig zu sagen oder zumindest zu verstehen. Wie damals, als ich versucht habe, in Graz eine Weißweinschorle zu bestellen. Es ist nur eine ganz, ganz kurze geistige Anstrengung.

Hat man es einmal gecheckt, wird man sich nie wieder darüber wundern müssen, dass man in Hamburg auch abends „Moin Moin“ sagt, dass „Radler“ nicht immer gleich „Alsterwasser“ ist und „Radler“ auch nicht immer gleich „Radler“, dass ein „Mineral“ in der Schweiz kein Wasser sein muss und ein „Nachtessen“ dort auch durchaus verzehrt werden darf, solange es draußen noch hell ist, dass „eine Stange Bier“ je nach Aufenthaltsort 0,2 oder 5 Liter bedeuten können. Dass es so ziemlich nirgendwo gut ankommt, den jeweiligen Dialekt nachäffen zu wollen um sich Sympathien einzuheimsen, besagt schon der gesunde Menschenverstand, aber auch das muss man im Zweifelsfall erst mal lernen. Ich habe es getan! Nehmt mich als Vorbild! Einmal zuhören, sich erklären lassen, abspeichern, merken.

Warum schreibe ich das eigentlich alles? Weil ich nicht kapiere, dass es unkapierbar scheint, eine simple Uhrzeitangabe zu verstehen. Wie oft habe ich schon in völlig verdutzte Gesichter schauen müssen, als irgendjemand in der Runde gesagt hat „Es ist Viertel Fünf.“ Da kommt bei Leuten, die nicht im Südwesten oder Nordosten der Republik leben (wenn man der Karte unten glauben darf, ich habe das nicht kontrolliert) nicht ein winziges Rädchen im Denkapparat in Gang, nein, da wird einfach nur verständnislos geglotzt. Die Chance, dass sie bei ihrer wirren Raterei, was nun mit diesem geheimnisvollen „Viertel Fünf“ gemeint sein könnte, richtig liegen, liegt etwa bei 1 zu Dreiviertel 6.

„Viertel Fünf, hm, ist das Viertel nach Sechs? Oder Viertel vor Vier?“ NEIN! AUFGEPASST!

Bitte, lest das hier, merkt es euch und fragt mich nie, nie wieder, was Viertel oder Dreiviertel irgendwas bedeutet. Ich werde das nicht zweimal erklären, es ist ist das gleiche Prinzip und es ist sehr, sehr einfach …

Du hast fünf Orangen. Jetzt schneidest du ein Viertel einer Orange ab und isst es. Wie viele Orangen hast du jetzt? Na? HM? Richtig! Du hast vier Orangen und zu Dreivierteln die fünfte. Jetzt denken wir uns, dass jede vollständige Orange, die vor dir liegt, einer ganzen Stunde entspricht. Was haben wir dann? NA? Vier Stunden und eine fünfte Stunde zu drei Vierteln. Also ist es WIE SPÄT? DREIVIERTEL FÜNF!

Die Orange kann man genauso gut in Melonen, Limonen oder gar etwas anderes als Südfrüchte umdenken. Auch und vor allem Kuchen bieten sich an. Oder einfach ein bisschen Logik. Hoffentlich haben es jetzt endlich alle verstanden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karte von da.

 

Advertisements

3 Gedanken zu “Ein für Dreiviertel Mal!”

  1. ich verstehe eh nicht wie man das nicht verstehen kann. meines Wissens sagt man doch auch nirgends halb nach 4 oder halb vor 5 und trotzdem versteht jeder was gemeint ist.

  2. tut doch nicht so, als wäre dieser unfug in irgendeiner art und weise logisch. ich werde das nie verstehen – und schon gar nicht mit diesem unlogischen obstsalat-beispielt.

Meine wichtige Meinung hierzu:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s