Schlamm und Wetten

Kaum zu glauben, dass die vier Tage in Hamburg schon wieder vier Tage her sind. Noch immer fühle ich mich allumfänglich erschlafft und Teile meiner Stimme liegen noch in der Gepäckablage des ICE Hamburg-Würzburg.
Um das Untenstehende kurz abzurunden: Es kam wie vermutet. Ich wurde auf Startplatz 1 in meiner Vorrunde gelost und habe mich somit noch vor der Eröffnungsparty aus dem SLAM2011 verabschiedet. Aber der Frust war schnell vergessen, immerhin kann man sich immer sicher sein, sich auch als Ausgeschiedener in guter Gesellschaft zu befinden. Und die Backstageräume einer jeden Veranstaltung standen mir weit offen, ob ich nun Opferlamm oder doch nur Mental Coach war (was tatsächlich eine hervorragende Rechtfertigung für die eigene Anwesenheit ist).

Um meine Zeit sinnvoll zu nutzen, habe ich dann ab Freitag das halblegale Wettbüro „Wetten Ritter“ erneut ins Leben gerufen. Dieses Jahr gab es das Tippspiel „8 aus 42“, die Finalisten konnten aus der Besetzung der vier Halbfinals getippt werden. Durchaus eine spannende Angelegenheit, der alleinige Sieger hatte 6 Richtige! Den größten Zulauf fand das Wettbüro am Rande des Fußballspiels im Schanzenviertel, das 7:2 für den FK InterSlam 09 ausging, ich habe aus Businessgründen nur 2 der Tore wahrgenommen.
Beim SLAM2012 werde ich auch Wetten darauf anbieten, bei welchem Poeten die erste leere Bierflasche umfällt und wann zuerst eine 9er-Wertung ausgebuht wird. Das Büro im DAI in Heidelberg ist bereits beantragt.

Karsten Strack bei der Tippabgabe. Bild: Marvin Ruppert

Und dann gab es da noch ein besonderes Bonbon am Sonntag Abend, als ich Teufelskerl doch schon wieder meinen Würzburger Slam direkt im Anschluss an den National veranstaltet habe. Ich möchte es in Form eines Merkwürdigen Dialogs erklären, bei dem ein leitender Angestellter der Posthalle und ich am Fenster der Backstagehalle stehen und nach unten auf die anstehenden Zuschauer sehen.

Ich: Das sind viele Menschen. Schau mal.
Er schaut.
Ich: Die stehen ja bis fast ans Eck da hinten.
Er: Wieviele Stühle haben wir aufgestellt?
Ich: So knapp 300.
Er: Wir haben ein Problem.

Letztendlich waren es dann 460 Zuschauer und mit großem Abstand der weitaus bestbesuchte Monatsslam in Würzburg überhaupt. Das hat riesigen Spaß gemacht. Ich fand den Slam – mal unter uns – auch besser als das Einzelfinale am Samstag. Hihi.

Ein Tag Regeneration bleibt noch, dann fahre ich nach Darmstadt zur Dichterschlacht, nen neuen Text ausprobieren, und am Montag steht ein ganz dolles Highlight an: Mit Nora Gomringer moderiere ich „Die Nacht der Lebenden, Toten III“ im ehrwürdigen E.T.A.-Hoffmann-Theater in Bamberg. Nach einem Telefonat vorhin weiß ich, dass wir unbedingt Gummistiefel mitbringen sollen, da wir in einem aktuellen Bühnenbild slammen, das zu 80 Prozent aus Sumpf (einem echten Sumpf!) besteht. Das wird dann ein wahrer Poetry Schlamm.

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