Das große Sommerinterview

Frau Frager: Herr Ritter, was haben Sie heute erlebt?
Herr Ritter: Ich habe mir den Kopf am Waschbecken gestoßen, als ich im Badezimmer auf Schnakenjagd war.
Sie: Haben Sie die Schnake erwischt?
Ich: Nein.
Sie: Was tun Sie denn gerade sonst so?
Ich: Wie Sie der Presse entnehmen konnten, schreibe ich an meinem Roman.
Sie: Ein Roman? Scheiß die Wand an, wie geil! Kommen Sie gut voran?
Ich: Nun ja, manchmal lenke ich mich etwas zu sehr ab, das kann ich recht gut. Eskapismus, Sie verstehen?
Sie:
Ich: Ich bin großer Freund der US-amerikanischen Unterhaltungskultur. Sowohl Serien über Meth-Köche als auch Live-Übertragungen von Baseballspielen lassen mein Herz aufgehen. Außerdem lese ich viel.
Sie: Sie sollen doch schreiben!
Ich: Aber das ist doch fast dasselbe.
Sie: Und what the fuck lesen Sie?
Ich: Nachdem ich grade Porno Stern von dem von mir hochgeschätzten Autor Christoph Straßer durchhabe, bin ich dem Genre treu geblieben und lese einen weiteren Roman aus dem Pornomilieu, The Cocka Hola Company von Matias Feldbakken. Derber Shit ist das. Außerdem fand ich den Einleitungssatz von Sonne wie Winter von Matthias B. Krause sehr überzeugend und werde zumindest das erste Kapitel lesen und dann mal schauen.
Sie: Und bei ihrem eigenen Stuff? Was passiert gerade? Wie weit sind Sie? Wo soll das alles hinführen?
Ich: Derzeit befinden wir und im Kapitel 61, in diesem Kapitel sitzen zwei Frauen zusammen und trinken Eisshakes.
Sie: Das ist ja wie bei Sex And The City.
Ich: Ja, genau so habe ich das Kapitel angelegt. Die sitzen herum und reden belangloses Zeug. Eigentlich haben die beiden Frauen gar nichts mit der Handlung zu tun, aber mir wurde in letzter Zeit oft gesagt, meine Texte seien frauenverachtend. Daher dachte ich, ich räume auch dem schwachen Geschlecht etwas Raum ein. Das Kapitel erstreckt sich über 16 Zeilen.
Sie: Worum geht es in diesem mysteriösen Buch eigentlich?
Ich: Die Handlung ist schnell erzählt. Das Buch spielt in Trier, München, Würzburg, Bamberg, Hamburg und einer unbenannten Stadt. Der Kommissar versucht, die Morde aufzuklären. Außerdem geht es um Poetry Slam.
Sie: Faszinierend! Wann werden Sie fertig sein?
Ich: Wenn ich nicht bis Ende August fertig bin, drohen mir harte Sanktionen des Verlags, den ich in der Öffentlichkeit als freundlich und menschlich verkaufen soll.
Sie: Dann sollten Sie vielleicht lieber weiter schreiben, statt Interviews mit sich selbst zu führen?
Ich: Alles zu seiner Zeit.

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