Der kurioseste Wettbewerb 2011

Das ist tatsächlich kurios, welche Titel sich plötzlich auf der Longlist des Wettbewerbs zum kuriosesten Buchtitel 2011 finden. Ich hatte mich mit „Moderne Paare teilen sich die Frauenarbeit“ vorschlagen lassen, jetzt wurde eine erste Auswahl getroffen, von wem auch immer, und ich bin schon raus, bevor es losgegangen ist.

Ich dachte, da Kollege Vérollet mit „Das Leben ist keine Waldorfschule“ einst den ersten Platz belegte, sei mir eine vordere Platzierung relativ sicher, vor allem für die öffentliche Abstimmungsphase (von 20 auf 6) hatte ich große Zuversicht.

Ich hatte mir vorher die eingereichten Vorschläge durchgeklickt und festgestellt, dass 70 % der Vorschläge das einzige Kriterium (Erscheinungsjahr 2011) nicht erfüllen, daher freudig heute die E-Mail erwartet, die mir mitteilen würde, ich könne nun für meinen Vorschlag trommeln.

Auf der Longlist finden sich nun Titel, die nicht mal auf der Vorschlagsliste standen, kurioserweise meist von großen Verlagen verlegt oder bekannten sogenannten Kulturjournalisten verfasst.
Wäre ich nun unreflektiert oder Wutbürger oder lediglich Bestandteil des üblichen Pöbels, der normalerweise seine belanglose „Meinung“ im Internet verbreitet, würde ich erbost ausrufen:
„DA MACHEN DIE DA OBEN MAL WIEDER („mal wieder“ ist immer ganz wichtig in der gekonnten Polemik) IHR EIGENES DING UND DER KLEINE MANN AUF DER STRASSE KANN SEHEN, WO ER BLEIBT!“

Ach, eigentlich ist mir das ja egal, wer das Zeug geschrieben oder verlegt hat, was da nun zur Abstimmung steht, bei dem Wettbewerb geht es ja ausschließlich um den Titel des Buchs, der „je abstruser, desto besser“ sein soll. Daher haben es auch die folgenden Titel in die Longlist geschafft:

  • Das katholische Abenteuer. Eine Provokation
  • Kaninchen besser verstehen: Verhalten beobachten und Probleme lösen
  • Der Darm denkt mit. Wie Bakterien, Pilze und Allergien das Nervensystem beeinflussen
  • 100 Situationen, in denen Sie klopfen sollten: Die Stürme des Alltags meistern mit MET-Klopftherapie
  • Grün, wild und schmackhaft: Lebendige Nahrung gratis aus der Natur
  • Postroutenstempel der Schweiz 1805-1881. Organisation – Postboten – Postrouten
  • Die literarische Pantomime: Studien zu einer Literaturgattung der Moderne

Sind das nicht sämtlich Bücher, vor denen man in der Bahnhofsbuchhandlung vor innerer Erheiterung zusammenbricht, wenn man sie nur flühtig erblickt? Ich meine: JA!

Möglich ist es ja, dass mein Involvement mittlerweile zu groß ist und nicht jeder Mitbürger „Moderne Paare teilen sich die Frauenarbeit“ als Titel bemerkenswert findet – oder versteht.
Aber sind das dann tatsächlich die gleichen, die über einer literaturwisschenschaftlichen Abhandlung über die literarische Pantomime ihren Orangensaft ausprusten?
Es scheint so.

So wichtig ist der Wettbewerb ja nun auch nicht, es gibt ja nicht mal was Ordentliches (Geld) zu gewinnen, aber worüber ich mich dann WIRKLICH aufregen würde, wäre, wenn mein ganz großer Titelfavorit, der nun auch auf der Longlist steht, es nicht packen würde:

Geritten werden: So erlebt es das Pferd.

Hüa, Hüa!

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