Reisetagebuch: Leipziger Buchmesse

Letztes Wochenende war Buchmesse, in Leipzig. Zwar war ich auch schonmal beim Frankfurter Buchmesseslam dabei, aber da hatte ich grade kein neues Buch und dann ist das ja nicht so das Wahre. Jetzt, da „Moderne Paare teilen sich die Frauenarbeit“ endlich auf dem Markt ist, auch wenn Amazon das noch nicht mitbekommen hat, hatte ich Grund zur Freude und zu einigen Auftritten: Buchmesseslam, Leseinsel, Textbox und je ein spontaner Textbeitrag bei der Buchvorstellung von Alex Willrich und bei einer von Alex Dreppec moderierten Lesung, bei der ich zufällig vorbeigeschlendert bin, als ich einen anderen Stand gesucht habe. Das war lustig. Falls das auch ein Slam war, habe ich ihn sicherlich gewonnen, ohne es zu bemerken.

"Und dann die Handcreme gegen den Uhrzeigersinn einreiben. Ist keine Handcreme zur Hand, Eigenurin tut's auch. Nichts geht über sanftene Haut, meine Damen und Herren Pflegebewusste!"

Ganz klasse fand ich eine satirische Lesung auf der Leseinsel der jungen Verlage, bei der ich kurz sitzengeblieben und eingeschlafen bin. Zuvor habe ich mich über die hundert unnötigen Detailinformationen köstlichst amüsiert, und über den Verzicht auf Personalpronomen. Es ging um einen Heinrich jedenfalls, und die Geschichte war ziemlich gay. Heinrich lag am Strand und so und hat immer wieder was gemacht, sich bewegt zum Beispiel, und der Erzähler hat ihn dabei beobachtet. Irgendwann habe ich bemerkt, dass das überhaupt nicht lustig gemeint war, sondern der Autor sich eben gedacht hat „Hm, ich schreib mal hohe Literatur“ und sich das Publikum gedacht hat „Hm, das ist also hohe Literatur. Interessant. Hören wir da mal zu und falten die Hände bedächtig vor unseren Stirnen.“
Wenn ich an dieser Stelle „Publikum“ sage, meine ich etwa 30 Leute, wenn ich wiederum „Publikum“ sage, wenn es um meine Lesung auf der gleichen Bühne geht, meine ich etwa 200 Leute und verstopfte Gänge. Das hattte zu großen Teilen auch mit Anke Fuchs zu tun, die freundlicherweise die erste Hälfte unserer gemeinsamen Lesung am Stück bestritten hat, weil ich die Straßenbahn verpasst hatte. Danach hat sie dieses schöne Bild geschossen:

"Wenn Sie nun Seite 56 aufschlagen, finden Sie ein Schaubild vor. Da Sie das Buch noch nicht haben, beschreibe ich es kurz für 15 Minuten: Punkt, Punkt, Komma, Strich ..."

Und dann? Und dann? Und dann haben uns die Leute den Stand eingerannt und alle Bücher weggekauft!

"Wenn Sie nicht so tun, als seien Sie interessiert, werden Sie ihre Dackel nie wieder sehen!"

Und sonst so? Ja, war ziemlich NICE. Ich bin totally angefixt und werde nun allein deshalb, um jedes Jahr wieder auf die Leipziger Buchmesse zu dürfen, auch jedes Jahr ein neues Buch schreiben. Klingt doch nach einem soliden Plan. Das nächste ist ja jedenfalls schon in der Mache und wird in Insiderkreisen heiß duskutiert.

Nur Sekunden später schwamm er kopfunter in seinem Wassergraben. Der letzte glückliche Moment im Leben des Star-Eisbären.

Bei der Party am Samstag habe ich übrigens Clueso berührt. Er hat es nicht bemerkt, aber das wollte ich nur mal gesagt haben. Und jetzt belästigen Sie mich bitte nicht weiter, ich habe zu tun.

"Muskelaufbau ist alles. Und eins und zwei und drei und zwei ..."

Fotos: Anke Fuchs und Lektora Verlag

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