Herbstour 7 – Bochum, Würzburg, Bamberg

Wie lange ist eigentlich Herbst? Ist der erste Advent tatsächlich schon nächsten Sonntag? Für mich ist der Herbst jedenfalls vorbei, die Tour ist rum und man sieht am Datum, dass ich vier Tage Erholung einlegen musste, bis ich mal wieder Piep schreiben kann. Piep sagen war bis Mittwoch auch recht schwierig, meine Stimme habe ich nämlich zu großen Teilen in Bochum zurückgelassen. Mit ein paar Löffeln IPALAT am Tag aber kein Problem, ich singe wieder rein wie ein Kastrat.

Jedenfalls, Bochum …


Zum sechsten mal war ich bei einer deutschsprachigen Meisterschaft dabei. Den (das?) Badge von Leipzig 2005 finde ich nicht mehr, zum Beweis ist das T-Shirt auf dem Bild. 2004 in Stuttgart war ich auch schon, allerdings nur als fieser Juror. Da hieß der SLAM glaube ich noch GIPS und mancher U20-Starter war noch nicht geboren.

Nun ja, wie nach dem vorigen Eintrag zu vermuten war, war für mich dieses Jahr relativ bald Schluss. Man kann sich das aber ganz gut schönreden. Betrachten wir uns mal die Finalteilnehmer des SLAM2009 in Düsseldorf, es waren 10. Einer davon war Organisator des SLAM2010, die anderen 9 standen im Wettbewerb. Genau EINER, nämlich Björn Högsdal und das auch nur über den Lucky-Loser-Slam-Umweg, hat es in diesem Jahr von der Vorrunde ins Halbfinale geschafft. Man kann auch einfach sagen: Früher war alles besser. So.

Die drei restlichen Tage in Bochum und Umgebung habe ich wie erwähnt damit verbracht, mir meine Stimme zu ruinieren, Jurys auszubuhen und zu hundertst schwarz ICE zu fahren. Außerdem hat sich meine Abneigung gegen den Begriff „Slamily“ etwas zurückgebildet. Zu meiner Überraschung hat schließlich ausgerechnet der einzige Anwesende, der mir bis dato nicht persönlich bekannt war, den Einzelwettbewerb gewonnen. Patrick Salmen. Ich traue mich ja kaum, ihn zu meinen Slams einzuladen, sonst denkt er noch, ich würde nur seinem Erfolg hinterherrennen und ihn auf persönlicher Ebene nicht schätzen. Hm, verzwickt.

Den U20-Champion hingegen hatte ich weiser Weise schon zuvor vorhergesagt und ihn daher am Tag nach seinem Triumph nach Würzburg eingeladen, um ihn wie ein Zirkuspferd über die Bühne zu treiben und mit seinem Erfolg 100 Zuschauer mehr als sonst in die Posthalle bekommen zu können. UND ich schätze ihn sehr auf persönlicher Ebene, man fährt ja öfter Zug zusammen:

Laurin Buser im Freudentaumel über seinen U20-Titel beim SLAM2010, auf der Zugfahrt nach WürzburgLaurin Buser im Freudentaumel über seinen U20-Titel beim SLAM2010,
auf der Zugfahrt nach Würzburg

In Würzburg wurde ich dann doch etwas vom Zuschauerzustrom überrascht. Mit 330 Zuschauern wurde der Rekordwert  für einen regulären Slam verzeichnet. Man bedenke: Diverse Slams, die sich um den Titel „größter regelmäßiger Slam Europas“ zanken, haben 400 Zuschauer monatlich. Mal abwarten, ob man da seinen Hut in den Ring werfen sollte. Sagt man das so?
Mein Langzeitziel in Würzburg ist ohnehin, auf die Mainstage zu wechseln und die Posthalle mit 2.000 Leuten voll zu machen. Vielleicht genügt dazu schon ein leicht irreführendes Plakat …
Was, Größenwahnsinn, ich? Nein.

Zum Glück bekommt man zwischendurch immer mal wieder einen sanften Dämpfer. Die Neue Bamberger Lesebühne (NBL), die zwei Tage danach in, na?, genau!, Bamberg stattfand, musste mit 40 Zuschauern auskommen. Mitleser Nico Semsrott konnte sich freuen, nach seiner pessimistischen Schätzung war alles über 10 Zuschauer hervorragend. Ich jedoch, der sich vorher noch gegen Bestuhlung ausgesprochen hatte, um alle 200 in den Jazz Club zu bekommen, musste doch mal kurz durchatmen – bevor es ein sehr angenehmer Abend wurde. TOP 9 war die Umbennenung der Lesebühne. Zwar ging mein Vorschlag „Hart aber Flair“ etwas unter, dafür setzte sich Clara Nielsens Vorschlag durch. Dieser lautete „Bube.Dame.Ritter.“ und so fiel es mir nicht allzu schwer, meine Niederlage zu akzeptieren. Zumidest am 20. Januar also, dem nächsten Lesebühnentag, heißen wir dann so.

Bis dahin habe ich nur 12 Veranstaltungen im Kalender stehen, davon 7 von mir moderierte, was aber nicht ganz so schlecht ist, denn so ein Kurzgeschichtenbuch und ein Krimi schreiben sich leider nicht ganz von alleine. Bis März vermeide ich daher Auftritte, igle mich ein und schreibe.
Ich plane auch, mich nicht zu rasieren um dann am Ende ein Erlösungserlebnis zu haben.

Andererseits …

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