Herbstour 5 – Ústí, Bamberg, Anmerkungen zu Bergisch Gladbach

Da ist es passiert. Der Worst Case ist eingetreten. Herrje. Wie konnte es soweit kommen? Ich habe meine Blogs verwechselt. Vorhin war der Bamberger Slam für eine Viertelstunde im Würzburger Slamblog angekündigt. Mensch, da musste ich mir selbst auf die Hände patschen. Wenn man auch auf allen Hochzeiten tanzen muss, ruft der berufsmäßig cholerische Blogosphärenbewohner da aus! Da kann man es ja fast als Glücksfall bezeichnen, dass es jetzt eine Hochzeit weniger ist, respektive Slam, genauer: Für Bergisch Gladbach (Reimberg Slam) bin ich nicht mehr zuständig. Gründe würde ich gerne nennen, jedoch sind sie mir selbst unbekannt und die Kommunikation mit mir wurde eingestellt. Mag es daran liegen, dass ich kürzlich darüber sinniert habe, Bergisch Gladbach hätte außer Heidi Klum nichts Nennenswertes hervorgebracht? Wer weiß. Ich nicht. Die Slamszene zeichnet sich für gewöhnlich durch freundschaftlichen und offenen Umgang miteinander aus, wie es normalerweise in Eventagenturen zugeht, ist mir dagegen unbekannt.

Wie man ebenso kürzlich erfahren konnte, war mein Informationsgehalt über meinen Aufenthalt in Tschechien eher im Promillebereich angesiedelt. Erst vor Ort habe ich erfahren, dass das Goethe Institut Prag seine Finger im Spiel hatte. Neulich erst habe ich in meinem Podcast Pauline Füg beneidet und ihr vorgeheult, dass ich noch nie von den Goetheleuten eingeladen wurden – da stand meine Einladung nach Tschechien schon. Man weiß ja, der Dümmere ist meist auch der Glücklichere.

Die deutsch-tschechische Slamshow in Ústí lief jedenfalls nach meinem Geschmack. Ein „ganz“ hätte ich noch hinzugefügt, wenn dieser rotzige Moderator nicht gewesen wäre, der durch die Bank alle Teilnehmer beleidigt hat – wurde mir hinterher gesagt, ich kann ja kein Tschechisch. Gegen den bin ich ein unschuldiges Lämmlein bei meinen Moderationen. Unbewusst habe ich ihn aber auflaufen lassen, als er darüber gemeckert hatte, dass alle nur ablesen und ich danach tatsächlich mal einen Text aus dem Kopf gemacht habe. Ha!
Sehr positiv wirkte sich aus, dass die ansässigen Germanistikstudenten quasi gezwungen wurden, die Veranstaltung zu besuchen. Sie haben Kulturpässe, in denen sie Stempel sammeln müssen und am Semesterende sind einige deutschsprachige Kulturveranstaltungen vorzuweisen, sonst gibt’s keinen Schein. Keine schlechte Idee, wobei ich das in Deutschland auch gerne fachübergreifend einführen würde. Mal mit dem Kultusminister reden bei Gelegenheit.
Dadurch wurde ich von etwa der Hälfte des Publikums verstanden, anders wie zum Beispiel damals in Paris, als ein Schweizer im Publikum saß und der Rest sich mit meiner performativen Leistung (ablesen und einmal hüpfen) zufrieden geben musste.
Es wird nicht mein letzter beruflicher Aufenthalt in Tschechien gewesen sein, zarte Bande sind geknüpft.

Zurück in Bamberg ging es gleich weiter mit Auftreterei. Die Villa Dessauer war zu unserer Überraschung ausverkauft, als Mia Pittroff, Franz Tröger und ich Texte von FK Waechter und einiges Eigenes lasen. Der am nachlässigsten Gekleidetste im Raum war wie gewohnt ich. Hochkultur, ick hör dir trapsen. Die Presse fand die Lesung professionell, überzeugend und abgedreht. Recht hat sie. Meine Rolle als dreimaliger Pianoaufbauer war angelehnt an den Butler im Neunzigsten Geburtstag, das hat aber glaube ich niemand bemerkt.

Am Mittwoch starten die deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam. Ich darf gleich am ersten Abend in Essen ran. Wie praktisch, dass ich Mittwoch Morgen noch einen Auftritt vor ein paar hundert Schülern in Erlangen habe. Ich dachte so, ich lasse einfach die entscheiden, welchen Text ich dann abends lesen soll, sonst mache ich mir im Ausscheidungsfall nur wieder selbst Vorwürfe. Höchstwahrscheinlich (ich habe auch gegen mich gewettet) heißt es dann schon bald Abschied nehmen von meinem mich gut schmückenden Amt als deutschsprachiger Vizemeister. Schnell noch ein paar Auftritte klar machen …

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