Herbstour 4 – Köln, Hamburg, Ústí

Mittlerweile bin ich in Tschechien eingetroffen. Ich befinde mich in Ústí (Nordböhmen), so viel ist sicher. Ich bin – glaube ich – in einem Universitätsgebäude untergebracht und durch ein 40 Zentimeter langes Kabel mit dem Internet verbunden. Eben jenes zwingt mich, mich in die Fernsehecke der sehr geräumigen und modernen Dienstwohnung (?) zurückzuziehen. Ich habe das mal eben in Bild festgehalten. Unter das Notebook muss man sich halt mich denken, anders ging das nicht.

Ich dachte, ich sähe das tschechische Supertalent, als ich das Bild gemacht habe. Das kann ich jedoch mittlerweile  als Einziges sicher ausschließen, denn das tschechische Supertalent lief danach auf einem anderen Kanal. Ein Mann auf Stelzen und ein auferstandener tschechischer Michael Jackson habe gewonnen – oder so. Grade kommt Frauenvolleyball, das verstehe ich auch ohne Kommentar.

Morgen früh um 8 Uhr (!) werden Jaromir Konecny und ich unseren Workshop für eine handvoll fleißige Germanistikstudenten einleiten, der Dienstag Abend mit einer deutsch-tschechischen Slamshow sein glänzendes Finale finden wird. Die Vorgehensweise wurde früher des Abends beim Mexikaner abgesprochen.

Mexikaner gab es wie gewohnt auch reichlich in Hamburg, dort allerdings zu trinken. Meine Nachfrage gestern in einer Bar in Berlin, ob es dort auch Mexikaner gäbe, beantwortete der Kellner mit „Nee, nur Kubaner – hinter der Bar. Deswegen dauert das so lange.“ It’s a Hamburg Thing.

Um Verwirrung vorzubeugen, nochmal kurz der Reihe nach. Wo war er denn nun überall, der Jet Set Boy?

Montag begann die auftrittsreiche Woche zuhaus in Bamberg mit der Moderation des Slams zum Saisonauftakt, von dem aus ich am Dienstag Tobi Glufke mit zu meinem anderen Slam nach Bergisch Gladbach genommen habe. Den Schlüssel der Künstlerwohnung wollte Tobi auch gleich mit auf Tour nehmen, ich hoffe, er wurde mittlerweile im Blumenladen am Bahnhof abgeholt. (Könnte da mal jemand zur Sicherheit nachfragen und ihn nötigenfalls zum morph club bringen?)
In Bergisch Gladbach glichen sich Slammer und Zuschauer zahlenmäßig doch sehr an, was aber nicht weiter schlimm war, denn direkt im Anschluss fuhren wir zu sechst rüber nach Köln, um auch noch beim fünften Geburtstag von Reim in Flammen aufzutreten. Dort war ordentlich Stimmung und Ramazzotti Hauptsponsor.
Nach einer exotischen Nacht im Bollywood-Zimmer eines Themenhostels (Shahrukh Khan bewachte unseren Schlaf von seinem Porträt herab) ging es dann Mittwoch nach Lüneburg, das sich trotz seiner relativen Nähe zu Hamburg ein gesundes Maß Provinzialität bewahrt hat – zumindest was die nächtlichen Ausgehriten betrifft. Das wird nun hoffentlich nicht negativ ausgelegt, auch wenn es so gemeint ist. Und immerhin war ja auch Niklas Luhmann mal dort, oder ist da geboren – oder so.
In eine richtige Stadt ging es dann am Donnerstag. Hamburg meine Perle. Beim neu-ehrwürdigen Bunkerslam durfte ich gnädigerweise als Erster auftreten, was die Siegchancen nicht grade ins Unermessliche trieb. Wurde auch nix. Hinwiederum durfte ich am Freitag in Neumünster gnädigerweise als Erster auftreten, was die Siegchancen nicht grade ins Unermessliche trieb. Nachdem ich Neumünster schon voreilig auf Facebook gedisst hatte (nicht mehr auffindbar) zog ich mit einer unterirdischen Punktzahl und Hängen und Würgen doch noch ins Finale eine und habe dann schlussendlich auch gewonnen. Sulaiman Masomi war knäpplichst unterlegen, dafür hatte er Lüneburg gewonnen und in Hamburg ließen wir beide David Friedrich den Vortritt, der in Neumünster nicht mal im Finale war, genau so wie ich in Hamburg und … äh, sagen wir einfach, the points are not the point, the point is poetry. Den Spruch habe ich mir eben ausgedacht. Im tschechischen Fernsehen läuft grade die tschechische Miss Marple. Der Mörder ist eine Frau.

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2 Gedanken zu “Herbstour 4 – Köln, Hamburg, Ústí”

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