Das Arbeitsamt und ich (2)

Die Warteschleife der Arbeitsagentur ist keine gewöhnliche. Dass das Gedüdel ab und an mit einer hinhaltenden Bandansage kombiniert wird, kennt man ja, aber doch nicht SO. In sehr hoher Taktung wird die Musi durch gegenteilige Aussagen unterbrochen:

„Bitte legen Sie nicht auf, wir sind gleich für Sie da.“ – „Wenn Ihnen die Wartezeit zu lange dauert, versuchen Sie es einfach später noch einmal.“ – „Der nächste freie Mitarbeiter ist für Sie reserviert.“ – „Versuchen Sie es später noch einmal!“ – „Legen Sie nicht auf!“  – „Bitte belästigen Sie uns nicht weiter, wir haben genug zu tun.“ – „Sind Sie schon verwirrt genug? Ab in die nächste Runde!“

Dem Dialekt des Telefonisten zufolge landete ich schließlich irgendwo in Oberbayern. Wahrscheinlich aber doch in Brandenburg oder Polen, man weiß das ja nie so genau bei 0180-Nummern. Ich schilderte ihm knapp mein Anliegen, er erwiderte, dass er mir da auch nicht weiterhelfen könne. Aber er kann einen Rückruf anbieten!

Ich: Wie, einen Rückruf, von Ihnen?
Er: Naa. Da meldet sich dann einer, der sich auskennt.
Ich: Aha. Und dann bekomme ich meinen Beratungstermin?
Er: Naa. Beim Rückruf finden wir dann raus, wer für Sie zuständig ist.
Ich: Gut, dann rufen Sie mich eben zurück. Ich bin zuhause.

Er tippt wild auf seiner Tastatur herum.

Ich: Hallo?
Er: Nächsten Donnerstag, 11 Uhr morgens.
Ich: Ach toll, das ging ja flott.

Ich war natürlich der Meinung, dass sich das nun irgendwie geregelt hätte und das schon mein Gesprächstermin sei.

Er: Sind Sie da zuhause?
Ich: Der Berater macht Hausbesuche? Das ist ja ein Service.

Nach Auflösung der Missverständnisse wurde auch mir klar, dass es sich bei dem Termin um den Rückruftermin handeln sollte, bei dem man dann zunächst mal herausfindet, wen man als nächstes anrufen soll.

Er: Sie müssen dann Ihren Lebenslauf der letzten sieben Jahre bereithalten.
Ich: Dass ich keinen Job brauche, wissen Sie aber noch? Ich hab Ihnen das doch erklärt.
Er: Jawoll.
Ich: Wozu denn dann ein Lebenslauf, ich will doch nur einen Termin haben wegen …
Er: Wir haben viel zu tun. Tschüss.

Hoffentlich rufen sie dann wenigstens pünktlich an.

Fortsetzung folgt

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