Die Till Reiners Show

Diesen Sonntag läuft um 23.15 Uhr im Rundfunk Berlin Brandenburg (Fernsehen) eine Doku über die „Fritz Nacht der Talente“.

Das sollte man sich ansehen, wenn man kann. Ich verfüge an meinem momentanen Aufenthaltsort über kein deutsches Fernsehen, schade, aber mir geht’s trotzdem gut (Sonne, Meer und so).

Die Fritz Nacht fand vor zwei Wochen im Admiralspalast in Berlin statt, Musik- und Wortacts traten dabei abwechselnd auf, insgesamt also 12 Beiträge von bis zu 5 Minuten Länge. Der Film heute Abend dauert 45 Minuten, ich habe keine Ahnung, ob ich darin vorkomme. Also mal zur Sicherheit eine kleine Nacherzählung meinerseits:

Nachdem Till Reiners mit Heimvorteil auch noch auf den letzten Startplatz gelost worden war, stand schon vor Beginn fest, dass er gewinnt. Da hätte sich der Moderator (Ken Jebsen) gar nicht mehr SO sehr für ihn ins Zeug legen und alle anderen Slammer durch die Blume als Dilettanten bezeichnen müssen. Sag auf einer Bühne in Berlin „Ick bin aus Berlin“ und die Leute drehen durch vor Begeisterung. „Ick ooch!!! Dit is klasse!“

Durch eine Insurance Bet eben gegen Till hatte ich mich aber natürlich abgesichert und durch seinen Sieg auch was gewonnen, man ist ja nicht doof.

Nur falls er nicht gezeigt wird: Mein Auftritt wurde, wenn ich richtig mitgezählt habe, durch viermaliges Applausaufbrausen unterbrochen, was ja mal gar kein so schlechtes Zeichen ist, und mehrere Leute zeigten sich backstage schwer beeindruckt. Die üblichen Heucheleien abgezogen, waren es noch immer … genug.
Aber dann kam eben der Berliner. Die nicht grade in Unterzahl spielenden Kamerateams dokumentierten hernach „Till Reiners bekommt Getränkegutscheine gereicht“, „Till Reiners holt sich ein Bier“, „Till Reiners trinkt sein Bier“, „Till Reiners steht und guckt“, et cetera. Vor der Show haben sie wenigstens noch uns alle belästigt, was mir dann später doch ein bisschen gefehlt hat, zugegeben.

Damit hier nicht der falsche Eindruck entsteht: natürlich lag es nicht nur an seinem Wohnort, dass Till gewonnen hat. Der Text (Klempner) war auch klasse und hat supi in die Show gepasst. Ich hege große Sympathien für Till Reiners, zum Beispiel kommt er auch zu meinem nächsten Slam nach Würzburg. Außerdem verhilft mir dieser Beitrag vielleicht zu mehr Klicks, wenn mal jemand „Till Reiners“ googelt. Till Reiners.

Der Regisseur der Doku am Sonntag ist übrigens Volker Heise, der auch „24 h Berlin“ gedreht hat. In der Garderobe wurde manch ein Künstler vor der Show von ihm interviewt. Dabei fiel mir die ausgefuchste Fragetechnik auf, die dadurch besticht, dass gar keine Fragen gestellt werden. Warum auch. Es reichen simple Aussagesätze, manchmal sogar beendet. „Du bist also heute hier.“ „Na, Poetry Slam.“ „Große Bühne.“
Als Gefragter ganz angenehm eigentlich. Man kann sagen, was einem grade auf der Seele brennt. Gerade deshalb aber bezweifle ich, dass ich überhaupt in den Film geschnitten wurde …

„Ich hab da irgendein Lauch zwischen den Zähnen hängen.“

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Ein Gedanke zu “Die Till Reiners Show”

  1. Tatsächlich, es wirkt: Habe mich gerade selbst gegooglet und zack! Schon bin ich auf Deinem Blog gelandet.
    Spaß beiseite: Ich habe Dich auch lieb Christian. Und Ken Jebsen hat wirklich übertrieben, stimmt. Und die Aufzeichnung der Fritznacht war WIRKLICH unfair.
    Aber trotzdem musste ich lachen, als ich Deinen Text gelesen hab – nimm das bitte als Kompliment.

Meine wichtige Meinung hierzu:

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