Ost Slam Tour (OST)

Als ich wieder in Bamberg ankam, musste ich feststellen, dass mein Auto um 90 Grad verkehrt auf dem Parkplatz steht. Als ich es geparkt hatte lag noch Schnee. Jetzt ist er verschmolzen und alles Übel wird sichtbar.

In der Ostzone liegen dagegen noch beträchtliche Mengen Schnee herum, was unter anderem damit zusammenhängen könnte, dass er einfach nicht weggeräumt wird. In Magdeburg führte das dazu, dass die Gehwege so aussahen, als seien sie alle für ein stadtweites Beachvolleyballturnier präpariert. In Halle war es nicht ratsam, sich auf Pflastersteine zu begeben (ri-ra-rutsch), genauso wenig, eng an Hausfassaden entlang zu laufen. Die Stadt ist (oder war zumindest gestern noch) mit meterlangen Eiszapfen dekoriert. Aber warum soll man hier übers Wetter reden? Viel wichtiger ist ja wohl die Frage, ob ich alle Bücher verkauft habe. Die Antwort ist: ich hätte mehr mitnehmen sollen.

Dresden

In Dresden ging das Tourchen am 15.1. schon überraschend gut los. Beim Limit Jazz Slam hat man ein paar Sekunden Zeit, um sich mit der Band abzusprechen, die dann den Text mit Musik untermalt, die im besten Fall irgendwie passt. Leider hatte die Band die von mir gewünschte Marseillaise nicht wirklich drauf, wir einigten uns auf „irgendwas anderes“. Beim zweiten Text habe ich ihnen fein säuberlich fünf Grundthemen notiert, die abzuarbeiten waren. Kam alles ganz gut. Ein wenig leichter wurde mir der Durchmarsch durch das nicht abzusehende Ausscheiden von Gauner in der Vorrunde und einen abrupten Textabbruch von Peh im Finale gemacht. Es sollte nicht ihre einzige Niederlage an diesem Abend bleiben.

Limit Jazz Slam im Dresdner Unterland (Kasematten)

Beim sich fast unmittelbar anschließenden Billard-Battle in Einzel- und Teammodus in der Groove Station konnte ich durch virtuose Stöße (2) überzeugen und gar noch den ein oder anderen Sieg mehr einfahren. Übernachtet wurde dann spontan in der WG von Andreas, der unbedingt erwähnt werden möchte. Andreas!

Magdeburg

Gehobener ging es anderntags in Magdeburg weiter. Einquartierung im Viersternehotel und Late Night Slam im Schauspielhaus. Nach einigen (Ver-)Irrungen auf dem Hinweg kam ich als letzter Slammer an und zog dazu passend auch noch den letzten Startplatz. Eine Twitterbekanntschaft freute sich über Backstagebier und ich mich am Ende über Platz 2 hinter dem Tom, dessen Applaus im Vergleich zu meinem zwar höher war, aber an Breite vermissen ließ. Klare Fehlentscheidung! Skandal! Da der Preis (Wodka) jedoch ohnehin zwischen allen aufgeteilt wurde, freundete ich mich recht schnell mit dem Abschneiden an und verteidigte den zweiten Platz rücksichtslos am Kickertisch.

Zum nächstmorgigen Frühstück im Hotel mit Clara Nielsen und dem Schriftstehler erschien ich gerade so rechtzeitig, dass ich die letzten Buffetbestandteile wieder in der Küche verschwinden sah. Eine über die Maßen nette Angestellte servierte mir traurigem Tropf daraufhin ungefragt einen reichhaltigen Obstteller, womit der Tag gerettet war.

Halle

Selbigen verbrachten wir zu großen Teilen in Katja Hofmanns WG in Halle, um auf Björn Högsdal zu warten, Pizza zu essen, neue Texte zu schreiben (Schriftstehler und Clara) und die neben der Toilette herumliegende BRAVO zu durchstöbern (ich). Die Frage, ob Justin Bieber nur mit den Girls spielt („Spielt Justin Bieber nur mit den Girls?“) wurde im Artikel zwar nicht zu meiner Zufriedenheit beantwortet, immerhin weiß ich jetzt aber, wer Justin Bieber ist. Außerdem wäre ich gerne Drehbuchautor für die Foto-Love-Story, das Happy End schien schon sehr konstruiert und es wurde viel zu wenig geknutscht!

Das hier ist übrigens der knuffigste Hund, den ich je angefasst habe. Er wohnt auch bei Katja und seinen Namen habe ich leider vergessen.

Hund

Der eigentliche Aufenthaltsgrund war aber der Slam abends im Turm. Für mich wenig nervenaufreibend, da ich Featured Artist war und somit locker auflesen konnte. Fünf Texte, zwei Fragmentchen, den Hallensern hat’s gefallen. Die Restexemplare meiner Bücher gingen über den Tisch (wie erwähnt) und gewonnen hat endlich der Tags zuvor von den Magdeburgern verschmähte Schriftstehler.

Ins Publikum hatte sich neben einem alten Bekannten aus baden-württembergischen Zivi-Zeiten auch Nico Semsrott aus diversen Gründen (EDIT: die Andeutung wurde in gegenseitigem Einvernehmen gelöscht) eingeschlichen. Zu viel mehr als einer knappen kritischen Betrachtung der ostdeutschen Comedyszene kamen wir beide aber nicht.

Am nächsten (heute) Morgen im Hostel war ich dann wieder der Letzte und nach einigem Herumtelefonieren hatte ich schließlich auch den Aufenthaltsort meines Aufladekabels ermittelt: das Hotel in Magdeburg.

Im Hallenser Bahnhof musste ich schließlich schockiert feststellen, dass der dortige Subway kein Spicy White Brot führt und die anwesenden Tierschützer lernten, dass ich nicht auf die Anmache „der junge Mann hat doch sicher auch ein Herz…“ hereinfalle.

Bemerkenswertes zum Abschluss:

  • Der Schlagzeugmeister des Drummers von System Of A Down spielt in der Pausenband beim Slam in Halle. „Voll abgefahren, echt krass“, würde die Mutter aus der Foto-Love-Story kommentieren.
  • Der Polizist, den ich nach meiner durch ihn zu gewährenden Sicherheit in Zusammenhang mit mit einem Nazi-Aufmarsch in Magdeburg frage, antwortete mit: „Bau bloß keinen Scheiß!“
  • Der Schriftstehler liest seine Fanpost durch: „Warum heißen die immer alle Anna?“
  • Dieser Blogeintrag besteht aus 811 Worten und wäre somit beim Limit Jazz Slam in Dresden nicht zugelassen.
Advertisements

5 Gedanken zu “Ost Slam Tour (OST)”

Meine wichtige Meinung hierzu:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s