Reisetagebuch: Darmstadt, Dichterschlacht (1)

Da es ja momentan eher selten vorkommt, dass ich große Auftritte absolviere, zudem die Teilnahme an der Darmstädter Dichterschlacht schon was ganz Besonderes ist, ist dieses Erlebnis es mir wert, ausführlich dokumentiert zu werden. Und zwar so:

14.00, Bamberg, meine WG: Frisch aus der Dusche gehüpft, checke ich die Bahnverbindungen und lege mich auf die Abfahrt um 14.38 fest. In Erinnerung an den gut kurbelnden Buchabsatz bei der Aschaffenburger Dichterschlacht packe ich 15 Bücher, den Laptop, meine Zahnbürste und angemessene Kleidung ein. Der Plan: um 17.30 In Darmstadt ankommen und mich im Hotel nochmal hinlegen, dann gut gelaunt und voll Power zur Dichterschlacht. Die Tasche wiegt geschätzte 30 Kilo. Hier würde auch gut die von mir gern gewählte Wetterkartenfloskel „gefühlte 30 Kilo“ passen. Nehme mir vor, die Tasche im Hotel zu wiegen. Im Briefkasten finde ich den nachgesandten SPIEGEL. Nach Beschwerde meinerseits beim Abo-Service wurde mir am Dienstag versprochen „Ich schick ihn gleich raus!“ Danke.

14.37, Bamberg, Bahnhof: nach kurzem Spontanplausch am Fahrkartenautomat mit der Hälfte der von mir gemanageten Band betrete ich den Zug. Fahrt eher ereignislos.

15.51, Würzburg, Bahnhof: Planmäßige Ankunft. Der Anschluss-ICE fährt vom Gleis gegenüber, allerdings mit 40-minütiger Verspätung. Ich warte vor dem Bahnhofsgebäude. Ein mir bekannt erscheinender Mann kommt auf mich zu und fragt „Christian Ritter?“ Ich bestätige. Wir kennen uns vom Bamberger Slam, er kauft spontan ein Buch, ich signiere, der Bestand schrumpft somit auf 14, das Gepäck wird um 100 Gramm leichter.

16.02: Ich investiere den unverhofften Geldsegen in eine kleine Portion Thainudeln mit Scampi beim Bahnhofs-Gosch. Anschließend schließe ich ein Probe-Abo der ZEIT ab, um eine sofort gratis zu bekommen. Mit Kuli. ZEIT zum Zeitvertreib, wie passend. Das Gepäck wird um 400 Gramm schwerer.

16.38: Der ICE fährt ein. Um allen Fahrgästen Sitzplatz bieten zu können, hätte er doppelt so lang sein müssen. Die Situation wird von einem dieser Menschen kommentiert, die allseits bekannte Sprichworte von anderen zu Ende denken lassen, als er verlautet „Außer Spesen.“
Ich denke eher „Einem geschenkten Gaul.“ Schließlich wird mir die Zugfahrt bezahlt. Mache es mir auf dem Gang bequem. Neben mir wird Laptop geschaut, ohne Kopfhörer. Ich erkenne die Serie „How I Met Your Mother“ und schaue mit. Natürlich auf Englisch. Eigentlich sehe ich mir Serien ja nur noch auf Finnisch mit portugiesischen Untertiteln an, Englisch ist mir einfach nicht mehr intellektuell genug.

17.10, Aschaffenburg, Bahnhof: Komme an, der nächste Zug nach Darmstadt fährt in 5 Minuten. Klasse Sache! Positioniere mich am Anfang des Zugs, genieße ein Zigarettchen und komme den Pflichten nach, die eigentlich ins Kompetenzgebiet des lustlos neben mir stehenden Bahnbediensteten fallen, als ich jedem Neuankömmling, der sich daran versucht, erkläre „Die Tür ist kaputt.“ Es wird mir teils freundlich gedankt.

17.15: Abfahrt. Tippe die bisherigen Erlebnisse nieder.

17.57, Darmstadt, Bahnhof: Ankunft. Straba fährt sofort Richtung Hotel. Habe bei Maps wohl eine Null zuviel an die Hausnummer angehangen, deshalb laufe ich erst 10 Minuten in die falsche Richtung, sehe dann eine Hausnummer, wundere mich, drehe um.

18.40: Im Hotelzimmer gibt’s WLAN. Jetzt nochmal Texte vor mich hin slammen und ab geht’s … 

(Fortsetzung folgt)

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