Just a perfect (yester)day

Der Poetry Slam in Aschaffenburg aus Egoperspektive

19.30 Ankunft Hauptbahnhof Aschaffenburg.

19.32 Tilman Döring erschreckt mich am Bahnhofseingang zu Tode und nimmt mich in seinem Auto mit zum Hofgarten Kabarett. Habe Angst.

19.40 Wir haben und verfahren. Vielleicht hätte man dem Navi Glauben schenken sollen…

19.50 Wir haben 2 Kilometer weit weg auf einem Behindertenparkplatz geparkt und treffen endlich ein. Laufen hätte nur 5 Minuten gedauert. Denke, ich sei auf der falschen Veranstaltung gelandet. Betagtes Hochkulturpublikum in Abendgarderobe (leicht pauschalisiert).

19.55 Treffe die alten Bekannten Grög, Frank Klötgen und Dennis Schüssler im Backstage. Denke zum ersten Mal kurz daran, dass es auch möglich wäre, nicht zu gewinnen. Verwerfe den absurden Gedanken wieder.

20.10 Der Slam geht los. Alex Dreppec trägt Hemd. Schwarz.

20.40 Doppelsieg in Runde 1: Grög und ein Darmstädter.

21.10 Ich bin dran. Vorletzter in meiner Runde, nach mir Dennis Schüssler. Bringe die „Pimps der 1A“, die Leute findens gut, alleiniger Rundensieg, Finale. Schade für Dennis, aber der hat ja immerhin meinen Slam letzten Sonntag gewonnen. Pause.

21.40 Erneuter Doppelsieg in Runde 3: Tilman Döring und Frank Klötgen. Somit Fünferfinale.

22.30 Machen wir’s kurz: Ich bringe einen brandneuen Text, verausgabe mich auf drei Etappen bis knapp vor der Ohnmächtigkeit und gewinne. Erhalte als Preis das neue Buch von Urban Priol, handsigniert, „gut geslamt“ steht darin, mit einem m. Grrrmml. Gebe meine neue Lieblingszugabe „Deutsch für alle“.

22.50 Meine Bücher sind ausverkauft. Hatte großzügig kalkuliert und 6 Stück mitgenommen. Lege mein Vorleseexemplar noch obendrauf und verkaufe somit 7. Die Nachfrage ging weit in den unteren zweistelligen Bereich. Merke: Aschaffenburg = guter Absatzmarkt (= könnte am horrenden Eintrittspreis liegen).

23.30 Alle weg. Suche mit Klötgen das uns beherbergende Hotel auf. Finden es und checken ein.

23.32 Treffe mich mit Klötgen in der hoteleigenen Kneipe. Bekommen Äppelwoi kredenzt. Kein Wunder, dass immer alle (= ich) glauben, Aschaffenburg liege in Hessen.

1.00 Die Kneipe macht dicht, wir beziehen die Zimmer.

1.05 Rufe die Rezeption an. Frage, ob ich in meinem Zimmer rauchen darf. Computer sagt nein.

1.20 Es klopft an meiner Tür. Wegelagerer? Groupies? Der Hausgeist? Weit gefehlt. Die Rezeptionistin präsentiert mir einen Aschenbecher und entschuldigt sich für das Missverständnis. Zur Feier des Tages trinke ich ein Bier aus der Minibar, im Glauben, dass das ohnehin der Veranstalter bezahlt (dem nicht so war).

1.25 Beginne, den Abend Revue passieren zu lassen und aufzuschreiben.

1.38 Fertig.

Ellipse.

20.42 Poste diesen Beitrag.

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