Mainz auch!

Kennt jemand den Witz zu der Pointe? In Mainz möchte den keiner mehr hören. Warum nur? Dort war ich am Donnerstag beim Filmfestival FILMZ und habe eine Geschichte passend zu einem Kurzfilm vorgetragen. Zuvor hatte ich Donnerstagmorgen einen Auftritt in der Uni – also ein Referat, aber für mich ist das irgendwie das gleiche. Ein paar Stunden vorher, Mittwoch Abend, habe ich bei der Lesebühne in Bamberg gelesen.
Diese drei Veranstaltungen, nun wieder chronologisch, möchte ich kurz vergleichen und (streng nach dem Eva Ritter-Prinzip) bewerten:

Lesebühne WortLaut, Bamberg, Jazzkeller
Anreise:
Fünf Minuten zu Fuß, angenehm.
Stimmung/Publikum: Nahezu fast halb ausverkauft, recht intimer Rahmen, kulturell. Die freien Stühle konnte man auch als Performancekunst begreifen. Größtenteils weibliche Zuhörer, also: Zuhörerinnen. Kleidungsstil: Roter Pullover über weißem Hemd.
persönlicher Erfolg:
Vier Geschichten im Stehen und Sitzen fehlerfrei vorgetragen. An dem süßen Lesetischchen kurzzeitig gedacht, ich sei Elke Heidenreich.
Buchverkauf: Schon zur Pause ausverkauft. Allesamt! Ratzefatz! Hatte drei Stück dabei.
Gesamtwertung: Vier Wassergläser von fünf.

Hauptseminar „Schweizer Erzähler“, Bamberg, Universität
Anreise: Drei Minuten zu Fuß. Müde.
Stimmung/Publikum:
Nicht sehr euphorisch, intellektuell.
persönlicher Erfolg:
Konstruktive Kritik des Professors an meinem Vortragsstil: „Ihre flapsige Art zeugt nicht unbedingt von Respekt gegenüber der Institution Universität. Machen Sie weniger Show!“
Buchverkauf:
Eher schlecht.
Gesamtwertung:
Drei Overheadprojektoren von fünf.

Kurzfilmslam, Mainz, Pengland
Anreise: Dreieinhalb Stunden nach Fahrplan. Einzige Verzögerung von mir selbst verursacht, da ich in FFM die falsche S-Bahn genommen habe. Am Bahnhof in Mainz dann Abholung mit fettem Range Rover mit getönten Scheiben. Anschließender Transfer von Hotel zum Veranstaltungsort stilecht im Jaguar. Man konnte sich mal wieder schön wichtig vorkommen.
Stimmung/Publikum:
Erste Sahne! Das Vorführräumchen war bis unters Dach mit schönen Menschen vollgestopft, die sich zwangsläufig näher kommen mussten. Slammerkollegen natürlich auch alle vollgepumpt mit guter Laune. Da waren: Daniel Wagner, Andy Strauß, Necip und, äh, einer aus Wiesbaden (Tolle Texte! Scheiß Namensgedächtnis!). Klasse Filme (bis auf meinen), begeisterungswilliges Publikum, studentisch-alternativ, in H&M und Selbstgestricktem. After-Show-Party lief nur schleppend an, dann aber richtig. Der Kanister Schnaps für den Ersten (Daniel) half gut nach.
persönlicher Erfolg:
Dem Applaus nach Zweiter geworden. Wichtiger aber: aus der schlechtesten Vorlage (Film) nen Text gemacht, der bejubelt wurde. Teile lassen sich sicherlich recyceln.
Buchverkauf:
Unmöglich. Das Paket vom Verlag war noch nicht da. Warum auch immer.
Gesamtwertung:
Sechs Kirschwässer von Fünf.

Heute Abend ändern sich dann wieder die Prämissen: Ich werde zum Moderator und will im AKW ein schön volles Haus sehen!! Aber: besteht daran ein Zweifel?? Gegen halb 9 gehts los!

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Ein Gedanke zu “Mainz auch!”

  1. Muhaha… das Zitat deines Profs (sofern authentisch, aber ich mag es glauben) solltest du dir einrahmen und froh sein, dass du so was machen darfst. Was hab ich einen Hass, dass ich in meinem Studiengang keine Referate zu halten habe!

Meine wichtige Meinung hierzu:

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