Ein Satz zur Selbstherrlichkeit

Wenn man sich eigentlich nur im Internet umtut, um seine Spuren zu hinterlassen, damit möglichst viele Leute auf den eigenen Blog schauen, wenn man jede Nacht eine halbe Stunde lang sich selbst googelt und sich wie ein Eichhörnchen über Nusspli freut, dass das eigene Bild jetzt VOR diesem gleichnamigen Grinsebert, der irgendwie Fußballprofi ist, erscheint, wenn man eigens Beiträge in Foren verfasst, nur um darauf hinzuweisen, dass man sich in diesem Thread, der gar nichts mit einem zu tun hat, persönlich recht unterrepräsentiert und –diskutiert wähnt, wenn man überhaupt nur an Gesprächen teilnimmt, um in deren Verlauf irgendeine entfernte Parallele zu Geschichten aus seinem neuen Buch heraufzubeschwören und sogleich darauf hinzuweisen, dass besagtes Buch ja bald rauskäme, wenn man einfach mal zur Uni geht, ohne eine Veranstaltung zu haben und nur um sich irgendwo hinzusetzen und darauf zu warten, darauf angesprochen zu werden, ob man nicht dieser Typ vom Slam sei, dessen Geschichte so toll war, wenn den Mitbewohnern nicht mehr als eine verächtliche Handbewegung abzuringen ist, weil man sie jeden Tag mehrmals mit der Feststellung „irgendwie bin ich schon genial“ konfrontiert, wenn man vorsichtshalber immer einen Edding bei sich trägt, um auf spontane Nachfrage Autogramme auf Bäuche geben zu können, wenn man die Dame vom Ordnungsamt rügt, weil sie nicht weiß, wen sie vor sich und sich nicht mal die Mühe gemacht hat, die Doppelseite im kostenlosen Monatsmagazin über das künstlerische Umtun und die Selbstinszenierung ihres aktuellen „Kunden“ zu lesen, die ignorante Kuh, wenn man sich ständig dazu hinreißen lässt, von sich selbst in der dritten Person zu reden und damit bei Unbekannten reichlich Verwirrung stiftet, was ein Christian Ritter gerne tut, wenn man sich selbst als Poster im Zimmer hängen hat, mit persönlicher Widmung, dann sollte man sich doch so langsam mal fragen, ob eigentlich noch genug Platz dafür bleibt, zwischendurch auch mal von anderen bewundert zu werden – oder ob man irgendwie ein Problem hat.

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4 Gedanken zu “Ein Satz zur Selbstherrlichkeit”

  1. Auf ner Skala von 1 bis 34, auf der 1 Eva Longoria und 30 Eva Herman entspricht, lagst du letzten Samstag mit deinem Outfit etwa bei 400. Und ich bei minus 10. Soviel dazu.

Meine wichtige Meinung hierzu:

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