Egomania // Christian Ritter


Nun bin ich der Ex
Juni 2, 2008, 4:17 Uhr nachmittags
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Neulich hat mir eine meiner Ex-Freundinnen aus Jugendtagen über eine dieser neuartigen Online-Communities mitgeteilt, dass sie, seit sie mich im Fernsehen gesehen hat, damit angibt, dass sie mal mit mir “zusammen war”, mit 15 oder so. Recht so! Es kann also durchaus positive Aspekte haben, der Ex zu sein.

Meine Beziehung zum Titel “bester Slammer Frankens” ging gestern jäh in die Brüche. Mimi Meister hat ihn mir ausgespannt, es war wirklich dramatisch. Jetzt bin ich gleichzeitig der Ex und der Vize, alles wird viel komplizierter, und ich weiß gar nicht, ob ich ihn noch so richtig mag. Naja, da müssen wir eben durch, man kann ja vielleicht mal wieder anbandeln nach einer gewissen Zeit. Hoffentlich wird er solange gut behandelt.

[ Den ausführlichsten Nachbericht, wenn auch nicht mit den besten Bildern, gibts hier. ]



Ein Schiff wird kommen
Mai 31, 2008, 3:00 Uhr nachmittags
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Gehen wir davon aus, dass morgen gegen 23 Uhr das Ergebnis des Frankenslams feststeht, so bin ich noch für 32 Stunden amtierender Frankenchampion. Ich werde es genießen, indem ich Mediennutzungsdaten auswerte.

Für den Fall, dass es mit der Titelverteidigung nicht klappen sollte, habe ich mich mittlerweile ja zum “Sophisticated Artist” ernennen lassen, um neben dem Goldenen Zipfel immer eine zweite Auszeichnung zu haben, man gewöhnt sich halt so schnell dran.
Is ja auch doof, wenn man so im tagtäglichen Smalltalk immer mal wieder gefragt wird “Mit welchen Preisen bist du eigentlich ausgezeichnet?” und dann nur einen nennen kann. Das kommt mir nicht ins Trophäenregal!

Außerdem: Wer möchte sich schon, wie sich Erlangen das wohl ausgedacht hat, “Frampion” nennen lassen? Die Bezeichnung an sich ist schon schlimm. Erinnert doch sehr an an eine exotische Pilzsorte.
Und da wahrscheinlich kein männlicher Solostarter gewinnen wird, wird morgen Abend entweder Clara Nielsen zur “Frampioness” gekürt oder die tExtremisten bennen sich um in “The Frampions”, geben ihrem zweiten Album den Titel “Bigger than Ritter” und gehen mit ihren 3 Texten auf Welttournee, die auf dem Platz des himmlischen Friedens ein unvorhergesehenes Ende nimmt. Ist doch alles nix.

Vielleicht wäre es also für alle das Beste, wenn einfach wieder ich …



The Workshopper
Mai 27, 2008, 1:50 Uhr nachmittags
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Heute hat meine x-te Zusatzkarriere begonnen: Slam-Workshops geben. Bislang lief es optimal, mal davon abgesehen, dass eigentlich viel zu wenig Zeit zur Verfügung steht. Das muss sich ändern - und wird sich ändern. Diverse Workshops in naher Zukunft sind in Aussicht. Was leidet darunter wohl? Richtig! Studium, Prüfungen und Diplomarbeit.

Als multifunktionales, flexibles, effizientes, ortsungebundenes, omnipotentes Allroundgerät (hallo, lieber zukünftige Arbeitgeber!) krieg ich das aber alles lockerst hin, mit links und im Kopfstand.

Nur eines sollte ich mir noch angewöhnen: Nicht erst um 7 ins Bett gehen, wenn um 10 der Workshop anfängt.
Morgen sogar schon um 8 …
Gute Nacht!



Anti-Nazi-Truck
Mai 24, 2008, 2:35 Uhr vormittags
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11 Uhr Gabelmoo Bamberg.
Fahne und Texte gegen rechts zeigen!!!

Hach, liebes Blog, das war ein aufregender Tag. Wegen nächtlicher Turbulenzen kam ich erst um 8 heute Morgen ins Bett und habe bis 16 Uhr geschlafen. Dann flugs in die Uni, denn ich war “Gastdozent” im Slam-Seminar, das der Lehrstuhl Deutsch-Didaktik abhält. Da vier Texte gelesen und ein paar Fragen beantwortet.
Um halb 8 war dann Vorbesprechung für die zweite Auflage unseres Theaterstücks “Der Präsident bittet zur Pressekonferenz”, inklusive Teil 2, Premiere am 28. Juni.
Um halb 9 gabs Braten und Knödel bei Annika mit netten Menschen und Bier und viel Gelächter.
Um 23 Uhr hat sich das Ensemble rund um Hauptdarsteller Casjen Ohnesorge (als Präsident) dann in meiner WG zum Proben getroffen. Das ging bis grade eben.
Jetzt sitze ich da und passe meine Texte der baldigen Vortragssituation an. Wie die Überschriften schon vermuten lassen, nehme ich Platz auf dem Anti-Nazi-Truck, der um 11 Uhr am Gabelmoo losfährt. Heute ist NPD-Parteitag in Bamberg und da wird heftigst dagegen angeslammt und angemusiziert. Kommt vorbei, Freunde der Demokratie!

Gewaltfrei und Spaß dabei! Worte können schwerer treffen als Schläge!



Zehn Dutzend Bilder vom Würzburger Slam
Mai 12, 2008, 9:09 Uhr nachmittags
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Die Überschrift ist total übertrieben, es sind nämlich nur 118 Bilder. Wie kommen wir in den Genuss? Claudia war da, beim Highlander letzten Sonntag, Claudia, die keinen Schäferhund hat und der berüchtigte Slamaniac ist. Sie war Poetenfee und hat fotografiert und ich wünschte mir, ich wäre “damals” schon so schön braun (rötlich) im Gesicht gewesen wie jetzt. Fahrradtour olé!

Anschauen kann man sich die visuellen Meisterwerke in Claudias Fotoatelier.



Jakob für Würzburg
Mai 5, 2008, 2:10 Uhr vormittags
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Der Würzburger Highlander-Slam

Ein kleiner Blick hinter die Kulissen

(für Nichteingeweihte: ich bin der Moderator dieser Veranstaltung)

Es war ein verdammt stressiger und chaotischer Arbeitstag: Das Autonome Kulturzentrum Würzburg machte seinem Namen alle Ehre, denn nicht wenige der Anwesenden (und nicht nur von ihnen) schienen an diesem sommerhaften Frühlingsabend sehr autonom zu handeln. Es gab so einiges:
Absagen von Teilnehmern, die sich 10 Minuten vor dem (geplanten) Beginn aus Berlin melden; bis auf klägliche zwei trudeln alle restlichen Teilnehmer so gegen irgendwann nach acht ein (Doors open: 20 Uhr), die Autobahnen sind verstaut; die Zuschauer platzen in den Soundcheck der Rahmenprogrammband mit 5 Namen, die sehr randgruppenaffin ist; der DJ muss als Koch einspringen und weil niemand außer ihm die Technik beherrscht und er mal eben duschen möchte, wird der Slam-Auftakt um eine halbe Stunde verschoben; (mehr…)



Erster!
April 22, 2008, 6:48 Uhr nachmittags
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Alte, ständig wiederholte und zutreffende Moderatorenweisheit:
“Der Erste hats immer am schwersten!”

Es ist wieder mal soweit. Fortuna ist eine Bitch!
Nachdem ich letzten Sonntag in Fürth als Erster gezogen wurde und letztendlich den zweiten Platz gemacht habe, am darauffolgenden Montag in Ansbach als Zweiter gezogen wurde und nicht mal ins Finale kam (wie lang ists her??), wurde ich gestern in Bamberg - was wohl - wieder als Erster gezogen, habe nach Ausklammerung gerade noch so den Sprung ins Finale geschafft und wurde wieder Zweiter.

Nils Rusche hatte den Sieg gestern natürlich durch seinen Vorrundentext, der so schön und traurig war, dass ich mir hurtig Tränen wegwischen musste, völlig verdient.

Trotzdem verdamme ich alle Glücksfeen und Lotterietrommeln, die mir gerade zuverlässig die denkbar ungünstigsten Startpositionen bescheren. Wenn ich eine Hexe auftreiben kann, werde ich euch alle mit einem Fluch belegen! Ich habe schon in der Lokalpresse inseriert: “Suche rothaarige Frau, die …”

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Sponsoring Agreement
April 18, 2008, 10:07 Uhr nachmittags
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Sponsoring Agreement - das stand über dem Vertrag, den ich Montag Morgen mit der SOPHIST GmbH in Nürnberg geschlossen habe.

Was verbirgt sich dahinter?

Es ist nicht ganz so geschäftsmäßig wie es sich anhört. Die Sophisten haben mich zum Künstler des Jahres 2008 erkoren und unterstützen mich bzw. meine Auftrittstätigkeit in diesem Jahr - großzügig, und auch mit klassischen Sponsoringartikeln wie Hemden mit Firmenlogo.

Es wird eher die Ausnahme bleiben, dass ich als Litfaßsäule die Bühne erklimme oder vor meinen Texten aufsage “Wenn Sie sich übrigens mal ein System oder eine Software entwickeln lassen möchten - SOPHIST!” Obwohl ich mir das eigentlich ganz lustig vorstelle. Meine penetranten Werbeeinblendungen sind (zumindest dem Würzburger Publikum) durchaus bekannt.

Meiner Freude über die Unterstützung tut das alles keinen Abbruch. Die Firmenmitglieder haben sich am Montag als sehr interessiert an der Slammerei geoutet und fanden auch meinen (mir spontan aufgedrängten) Textvortrag ganz gut. Was noch dazukommt: Die Idee, den Künstler des Jahres SOPHISTicated artist zu nennen, stammt von mir selbst - und wurde zu meiner Verwunderung sofort übernommen. Mal wieder eine Referenz als Werbetexter.

Das neue, süße Banner links wird sich also hier eingewöhnen. Heute wurde ich auch schon im Firmenblog willkommen geheißen.