Quarkzwerge enthalten viermal mehr Eisenkram und lustige Vitamine als andere herkömmliche Pampe. Das fördert den Aufbau gesunder Kinderknochen.
Sehen Sie den Vergleich: die Beine des linken Jungen brechen bereits beim ersten Hieb mit dem Vorschlaghammer. Der Junge rechts hat über zehn Jahre nichts als Quarkzwerge gefressen. Bei ihm mussten wir drei Mal zuschlagen.
Verfüttern Sie Quarkzwerge!
Die Slamwelt ist eine widersprüchliche.
Sie ist zugleich kaum bekannt und prominent, dilletantisch und professionell, einfach und kompliziert.
Da treffen sich Hobbydichter, die sich gegenseitig ihre Gedichte über den Frühling vorlesen. Das ist Slam.
Aber auch: Da gibt es ein Rankingsystem, das mehr Faktoren berücksichtigt als die Fußballbundesligatabelle. Zum Beispiel einen Entfernungslogarithmus, den niemand versteht. Und Qualifizierungssysteme, die von Stadt zu Stadt abweichen können, weil am Ende doch jeder Ausrichter Autodidakt ist und eher Extremitäten niederen Ranges opfern würde, statt sich in seinen Slam reinreden zu lassen. Es ist dieser systemimmanente Widerspruch zwischen der Zulässigkeit eines jeden mutigen Ersttäters auf der einen und einem Survival-of-the-fittest-Prinzip auf der anderen Seite, nämlich den alljährlich ausgetragenen Meisterschaften, der permanent um die Veranstaltung Poetry Slam herum schwebt und eine exzellente Angriffsfläche für Kritiker bietet.
Ja, ich gebe offen und ehrlich zu, dass ich Freund des Systems bin und Jahr für Jahr einer Qualifizierung für die Meisterschaften hinterherhechele, immerhin gibt’s da große Parteille und man trifft nette Leute. Bislang bin ich für 2009 noch nicht qualifiziert. Aber auch in diesem Jahr wird sich ein Weg finden, noch liegen drei oder vier Highlander-Slams vor mir, genau weiß ich das gar nicht.
Eine recht kuriose Situation hat sich jedoch daraus ergeben, dass ich letzten Sonntag bei der Poesieschlacht in Düsseldorf gewonnen habe. Die Stadtmeisterschaften nämlich (wie der Siegerslam dort heißt) fanden 3 Tage später im großen und ausverkauften Schauspielhaus statt. Das Teilnehmerfeld war schon proppenvoll, hab ich gar nicht mehr reingepasst. Was ist da die logische Konsequenz? Ich habe einen Platz bei der nächstjährigen Stadtmeisterschaft erhalten, kann mich dort dann für Essen 2010 qualifizieren.
Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem noch die wenigsten Teilnehmer für 2009 feststehen, für die deutschsprachigen Meisterschaften – in Düsseldorf.
That’s pretty gaga, isn’t it? But I like it.
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Was man alles hätte bloggen können in letzter Zeit! Habe es mir ein bisschen entwöhnt, schuld ist wohl mitunter Twitter. Bin ja Freund der kurzen Form. Deshalb jetzt nur einige Statusmeldungen:
- Morgen ist mein erster Auftritt als Comedian. Schüttelrüttel, wie sich das anhört! Jedenfalls war Montag die Anfrage da, ob ich bei der Comedy Lounge in Bamberg mitwirken möchten. Warum nicht? Jetzt hab ich schon zwei Lounge-Termine (where the hell liegt Karlstadt?), ohne mich überhaupt bewiesen zu haben. Für den Anfang wird es auch nix anderes geben als bestehende Texte, vielleicht auch mal im Plauderton statt im Stakkato vorgetragen. Oder ich erzähl was über meine Kochkunst.
- Ich werde nie wieder in Ansbach slammen. Auch wenn ich am Montag keinen perfekten Auftritt hingelegt haben SOLLTE, empfinde ich es doch als Frechheit, mich nicht ins Finale zu wählen. Das hat sich im Lauf zweier Jahre nur ein Publikum getraut, und das gleich zweimal: Ansbach.Was mach ich denn jetzt mit dem extra angefertigten, liebevollen Finaltext? Ansbach wird es niemals erfahren. Man denke sich dämonisches Gelächter.
- Augen auf beim Zeitschriftkauf! Hier und da in Würzburg und Tauberfranken wird man ab dieser Woche ein neues Magazin in der Abteilung „kostenlos“ finden. CHECKER heißt es, ich bin sein Chefredakteur – und muss gestehen, dass bis auf das Inhaltsverzeichnis, das beim Druck übersehen wurde, ein durchaus lesenswertes Magazin entstand, welchem höchstens vorzuwerfen ist, dass der regionale Bezug nicht allüberall vorzufinden ist. In den nächsten Tagen geht auch die angeschlossene Online-Plattform tatsächlich online und die ganze Welt kommt in den Genuss unserer Artikel. Der TKP für Werbebanner richtet sich nach meiner Phantasie. Anfragen erwünscht!
(Ich bitte die Überschrift zu entschuldigen.)
Spendenaufrufen stehe ich ja eher skeptisch gegenüber. Neulich lief mir eine Dame mit Punkt auf der Stirn (spricht wohl für ihre Indischstämmigkeit) über den Weg und drückte mir eine gelbe Rose in die Hand. Ich freute mich über die nette Aufmerksamkeit und fragte, womit ich diese verdient hätte. Da zückte sie ihr Klemmbrett, auf dem krakelige Namen und hohe Geldbeträge standen. „Für die Kinder“, sagte sie – und hielt die Hand auf. Ich gab ihr dankend ihre Rose zurück. Den Tipp, sich vielleicht eher an seniles Publikum zu wenden, brauchte ich ihr gar nicht zu geben. Kurz darauf wechselte die Rose für 50 Euro die Besitzerin und landete in einer antik anmutenden Handtasche. Ob die der Überrumpelung zu dankende Spende mittlerweile bei „den Kindern“ angekommen ist, vermag ich nicht einzuschätzen.
Nach diesem duftig-atmosphärischen Einstieg nun zum Thema: Es gibt auch Spendenaufrufe, bei denen man sich sicher sein kann, dass das Geld 1. beim Empfänger ankommt, man 2. genau weiß, wofür es verwendet wird und man sich deshalb 3. in der Gewissheit wägen kann, etwas Hilfreiches und Gutes getan zu haben. So im Falle Jens Weinreich, der gegen den übermächtigen DFB in Person von Theo Zwanziger kämpft. Dieser, Zwanziger, setzt einiges daran, dem freien Journalisten Weinreich das Leben schwer bis unmöglich zu machen. Seit Monaten trifft man sich vor Gericht, Auslöser war die verletzte Eitelkeit Zwanzigers und das Wort „Demagoge“. Seither tobt ein juristischer Streit, der Weinreich arm und Zwanziger unmöglich macht. Die blogaffine Leserschaft ist über diesen Vorgang ohnehin informiert, Gelegenheitsuser können sich hier oder dort näher informieren.
Jens Weinreich hat nun einen offenen Spendenaufruf (unter dem „hier“ eben versteckt) verfasst und das soziale Web2.0 zeigt, wie sozial es tatsächlich ist. Leser seines Blogs (mein offenkundiges Desinteresse am sportlichen Zeitgeschehen lässt mich eigentlich nicht dazu zählen) Sympathisanten und Kollegen im Geiste des freien Journalismus (hierzu zähle ich mich) spenden unter dem erfrischenden Motto „Zwanziger gegen Zwanziger“, um Weinreich seine Prozesskostenlast zu erleichtern. Einem Einzelnen tut der Verlust eines Zwannis nicht weh, mir auch nicht, in der Masse hilfts aber und sollte stattlich was her machen. Es ist so wie die Website mit den Millionen Pixeln, nur dass diesmal ein Sinn dahinter steckt. Kurzum: ich habe meinen Zwanziger gegen Zwanziger gespendet, andere Bekannte auch, und viele sollten folgen.
Zitat Weinreich: „Sollte ein Wunder geschehen und am Ende sogar ein Betrag auf dem Bankkonto verbleiben, der nicht benötigt wird, würde ich dafür plädieren, diese Summe einer Journalistenvereinigung für ähnliche Fälle zur Verfügung zu stellen.“ Gute Idee. Durch die virale Energie des Netzes, der ich fast religiös verhaftet bin, rechne ich sogar fest mit dem Wunder. Vielleicht hilft’s mir später auch mal. Bin ja jetzt schließlich Chefredakteur. Spenden!
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Eben ists mir bei der kritischen Durchsicht der eigenen Interneterzeugnisse aufgefallen: Ich bin gar nicht mehr der „SOPHISTicated Artist“. Der hübsche Banner hier gleich links hat die letzten Monate darauf verwiesen. Ich lasse ihn noch ein paar Tage stehen, weil ich mich so daran gewöhnt habe. Er putzt ja auch irgendwie.
Die Nürnberger SOPHIST Group hatte mich 2008 zum firmeneigenen „Künstler des Jahres“ erkoren. Nach einem Bildhauer wurde mir diese Ehre als zweitem Menschen überhaupt zuteil und hoffentlich wird diese nette Tradition auch in Zeiten der Wirtschaftsflaute weitergeführt.
Gebracht hat es mir zwei fantastische Auftritte in einer Cocktailbar und einem Fünfsternehotel und einen nicht näher zu beziffernden Geldsegen. Dafür habe ich gerne ab und an das Firmenlogo auf Slams spazierengetragen.
Wer nun ungehalten und rotgesichtig aus seinem klapprigen Bürostuhl hochfährt, die Faust dabei auf den Tisch knallt und ausruft „Der hat sich verkauft!“ dem möchte ich entgegnen: Ja, und ich tu es gerne wieder.
Also, liebe freie Wirtschaft, hergehört: Für 2009 habe ich noch kein Sponsoring Agreement geschlossen. Selbst dem Eismann-Konzern, der meine Anfrage unbeantwortet versickern ließ, als ich ihm meine Eismann-Trilogie mit der Bitte nach Mützen und einem Paket Flutschfinger zukommen ließ, gebe ich eine zweite Chance. Gerne fungiere ich auch als Werbeträger für die französische Tabakindustrie, schwedische Möbelhäuser, frische Vollmilch oder nichtverstaatlichtes Glücksspiel. Oder wir machens einfach so wie letztes Jahr: eine Firma mit einem mir bislang völlig unbekannten Tätigkeitsbereich, das ist wie ein Überraschungsei . . . die Schokoladenindustrie darf sich übrigens auch gerne melden.

