Merkwürdige Dialoge (8)
An der Supermarktkasse (mal wieder). Vor mir stehen zwei adoleszierende, pferdebeschwanzte, rankeschlanke Fräuleins.
Mädel 1 sieht verschüchtert nach rechts, zum Chipsregal. Mädel 2 bemerkt dies.
Mädel 2: Wollen wir ne Tüte Chips kaufen?
Mädel 1 (gequält): Uäääääh.
[Subtext: Heidi hätte es mir auch nicht erlaubt, wenn ich unter die letzten 2000 gekommen wäre.]
Mädel 2: Kuck mal, da unten. In denen ist 30 Prozent weniger Fett drin. (mehr…)
Merkwürdige Dialoge (7)
Ein 40-jähriger Nürnberger erlitt nach einer Rangelei am 16.01.2008 in der Nürnberger Südstadt mehrere Messerstiche. Er wurde deshalb vom Rettungsdienst in ein Klinikum transportiert. Die Kripo Nürnberg sucht Zeugen des Vorfalls. (Polizeipräsidium Mittelfranken)
Warum war mir nur, als ich das im Radio hörte, klar, dass es sich am Aufseßplatz zugetragen haben muss?
Nach Angaben des Geschädigten hielt er sich gegen 00:30 Uhr am Aufseßplatz auf, als [...]
Als ich im März letzten Jahres am Aufseßplatz wohnte, kam es zu folgender unglücklichen Situation:
Ich steuere des späten Abends in Eile die U-Bahn-Station an. Im rechten Winkel zu mir bewegt sich ein Ghetto-Kid in annährend gleicher Geschwindigkeit, zunächst von mir unbemerkt. Unsere Wege kreuzen sich direkt vorm Treppenabgang (mehr…)
Merkwürdige Dialoge (6)
Bevor es an Aktualität einbüßt…
Silvesterabend in Berlin. Noch ein paar Stunden hin. Da wir eh grade in der Gegend sind, wollen wir mal kurz vor’s Brandenburger Tor schauen. Das Feierareal ist eingegittert, es werden aber anstandslos alle Menschn durchgelassen. Bis auf mich. Ich bin die Stichprobe und komme ins Gespräch mit Herrn Security:
Er: Arme hoch!
Er tastet.
Er (grade an der Hosentasche): Was ist das? (mehr…)
Merkwürdige Dialoge (5)
Auf der Bowlingbahn. Während ich die Bedienung in meiner immer freundlichen und für Gegenmeinungen offenen Art darauf aufmerksam mache, dass sich auf der Tagesangebotstafel ein Schreibfehler befindet, ja gar ein Begriff im völlig falschen Kontext gebraucht wird und das sofort auszubessern sei, wird ausgerufen “Die Bahn für die Gruppe Bowlinggott Ritter ist jetzt frei”.
Wir gehen Schuhe holen. Ich beschwere mich am Tresen darüber, dass es keine Schuhe mit Schnürsenkeln mehr gibt und außerdem die neuen Animationen auf den Anzeigetafeln ganz schön albern aussehen. Nein, man könne das auf unserer Bahn nicht auf die letzte Version downgraden, bekomme ich freundlich entgegnet. Nehme meine Schuhe und ziehe sie missmutig an. Helme, einer meiner Opfer Mitspieler amüsiert sich dabei über mich.
Ich: Was gibt’s denn Lustiges?
Er: Höhö, die haben dir die Rentnerschuhe gegeben!
Sehe auf meine Schuhe. Auf der Außenseite steht RENTAL. Wer zuletzt lacht … HAHA!
Merkwürdige Dialoge (4)
Vor ein paar Tagen auf dem Weihnachtsmarkt. Stehe mit einer Kommilitonin glühweintrinkend und sichtbar atmend am Stehtischchen und erzähle ihr aufregende Dinge. Sie hört mir gar nicht zu. Glotzt stattdessen wie ein Auto an mir vorbei.
Ich: Hey, das ist sehr interessant, was ich da sage.
Sie: Ssssht!
Ich: Was ist denn los?
Sie: Der Typ da hinter dir. Da ist ne richtig geile Sau.
Ich: …
Sie: *schmacht*
Ich: Hast du nicht nen Freund?
Sie: Ja.
Ich: …
Sie: Aber der Typ, das ist die Endstufe von meinem Freund.
Merkwürdige Dialoge (3)
Typ wurde von Mitbewohner mit in die WG geschleppt. Typ sitzt auf meiner Couch, trinkt meinen Ramazotti* und raucht meine Zigaretten. Wir machen uns bekannt und er erzählt, dass er grade kein Internet hat.
Ich: Kein Internet zu Hause? Das würde ich keine zwei Tage aushalten.
Er: Ach, da steht doch eh immer dasselbe drin…
—
*Zusatz 7. November: Ganz oben bei Google:
“Fälschlicherweise wird er oft Ramazotti mit nur einem z geschrieben.” (Es geht tatsächlich um das Getränk.)
Wie konnte ich das die letzten Jahre übersehen? Trinke doch jeden Tag ne Flasche.
Merkwürdige Dialoge (2)
Heute im Lauf der Nacht tauchte Benjamin von Stuckrad-Barre auf einer WG-Fete in Bamberg auf. Vorher hatte er eine Lesung im Audimax gehalten, die überwiegend ganz unterhaltsam war (ja, ich war da). Irgendwann nach der sechsten Sorte Rotwein stand er dann neben mir und ich habe ihn ob der Entertainmentlastigkeit seiner Texte und seines Auftritts auf seine Meinung zu Poetry Slams angesprochen, die nicht sonderlich hoch ist, wie ich nun weiß.
Der Abschluss des Gesprächs:
Ich: Ich hab zufällig ‘ne Geschichte von mir dabei. Die kann ich dir ja mitgeben und mailst mir mal, was du davon hältst.
Er: …
Ich: Ist nur fünf Minuten lang.
Er: Ach, das hat doch keinen Sinn!
Merkwürdige Dialoge (1)
Im Supermarkt. Nachdem ich die Azubine mit der Frage nach Almdudler (”AlmWAS?”) schon völlig verunsichert habe, sitzt sie an der Kasse, als ich zahlen will. Unter anderem Zigaretten.
Sie: Sie, äh, Du bist aber schon 18?
Ich (erfreut): Ja, schon etwas länger.
Sie blickt mich misstrauisch an.
Ich: Soll ich vielleicht meinen Ausweis zeigen?
Sie (nach kurzem Überlegen, bestimmt): Ja!
Gebe ihr meinen Ausweis, sie betrachtet ihn hilflos.
Sie: Jetzt steht da auch noch 1983 drauf…
Ich: …
Sie: …
Ich: Vierundzwanzig.
Sie: Na gut, dann glaube ich das mal.