Egomania // Christian Ritter


Nazis? Aber doch nicht bei uns!!
Juni 27, 2008, 8:44 Uhr vormittags
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Es ist ja neuerdings schick, sich sein Land ins Gesicht zu malen, wenn man sich in Horden zusammenfindet, um sich Fußball anzugucken.

Das habe ich hier mal illustriert.

Weniger schick finde ich es, wenn man sich eine Fahne nimmt, die einem gar nicht gehört, im Sinne von: die Fahne eines anderen Landes, und sie nicht grade pfleglich behandelt.

Wenn sich beispielsweise beim Public Viewing in Bamberg beim Halbfinalspiel eine Gruppe Nazis unter die türkisch-deutschen Zuschauer gemischt hätte, eine türkische Fahne herausgeholt, sie angezündet und auf den Boden geschmissen und dann draufgespuckt hätte, nein, mit so was käme ich gar nicht klar. Dann würde es mich erfreuen, wenn plötzlich der halbe Maxplatz in “Nazis raus!”-Schreie ausbrechen würde, um die braune Brut zu verjagen, was letztendlich auch klappt.

Aber wie komme ich nur auf so abartige Ideen? Weiß nicht. Die Leute vom Fränkischen Tag, der einzigen Zeitung in Town, haben sich gestern zwar mit wichtigen Dingen beschäftigt - der neue Name vom Hallenbad, die Frauengruppe der freiwilligen Feuerwehr, Gartenführungen - von Nazis stand da aber nix.

Bei Radio Bamberg, das für das Public Viewing verantwortlich ist, stand unter der Überschrift “Friedliches Fußball-Fest”: “Bamberg und Forchheim feierten den Einzug der deutschen National-Elf ins EM-Finale laut aber ohne Randale.”

Naja, ok, wenn es nicht in den Medien auftaucht … hab ich mir wohl alles nur eingebildet …



Amazonigst
Mai 18, 2008, 8:22 Uhr vormittags
Gespeichert unter: Buch, Medialala

Eigentlich wollte ich (und wenn ich ich sage, meine ich mein Buch) nie auf amazon erhältlich sein, weil ich mir habe erzählen lassen, wie Kleinverlage von denen abgezockt werden. Der Peter Hellmund Verlag, in dem mein Buch erscheint, fällt ja wohl in diese Kategorie. Ich hatte Peter auch schon mal gebeten, einen Gastbeitrag zu schreiben: “Warum es halbneu nicht bei amazon gibt und warum das gut ist”. Wurde aber nix draus.

Jedenfalls war ich eben überrascht, als ich beim täglichen Egogoogeln festgestellt habe, dass es mich nun doch bei amazon gibt. Warum auch immer. Wenn es nun schon mal so ist und das hier jemand liest, der auch schon mein Buch gelesen hat wäre es doch ganz nett, da mal ne wohlwollende (oder ehrliche (im besten Fall beides zugleich)) Rezension dazuzuklatschen. Die Seite sieht noch so jungfräulich aus. Danke!



Hubert van Oylen
April 23, 2008, 8:07 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Medialala

Neben meinen mannigfaltigen Tätigkeiten, die studieren, Bücher schreiben, viel viel auftreten, moderieren, eine Rockband managen und mich sponsorn lassen umfassen (exemplarische Aufzählung), bin ich auch Comedyautor beim sympathischen Internetradio Uni-Vox.

Ab heute bin ich auch Hubert van Oylen.
Hubert van Oylen ist der Star der neuen Comedyreihe “Uni-Vox unterwegs - mit Hubert van Oylen” - ein gar sinniger Titel, denn es geht um den Außenreporter Hubert van Oylen - der unterwegs ist, für Uni-Vox, in aller Welt, und darüber hinaus.
Hubert ist zeitlich und örtlich völlig ungebunden und meldet sich im Verlauf der ersten Staffel aus dem Weltall, aus einem Walfisch in der Antarktis und aus dem Götz von Berlichingen (rein exemplarische Aufzählung).

Hubert van Oylen

In der ersten Folge geht es noch etwas bodenständiger zu, Hubert ist im Bundestag und versucht, sein Mikro von Claudia Roth zurückzuerobern. Zeitgleich mit diesem Post feiert die Sendung Premiere bei Uni-Vox.
Und schon gibt es sie zum Anhören und Downloaden auf Hubert van Oylens myspace-Profil

[Copyright Uni-Vox. Text/Konzept: Christian Ritter. Aufnahmeleitung/Produktion: Philipp Süßmann]

Hubert van Oylen - unentwegt unterwegs!



Jugendsünden
April 16, 2008, 6:03 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Medialala, Uni

Ich war ja mal, vor etwa drei Jahren, Comedychef bei unserem sympathischen Uni-Radio Uni-Vox. Das bin ich jetzt wieder. Es wird was ganz ganz tolles Neues geben, die Skripts stehen schon. Aber darum gehts gar nicht.

Ich dachte ja, sie seien verschollen, aber vor Kurzem sind ein paar Folgen der alten Comedy “Die WG” wieder aufgetaucht. Echte Klassiker! Da hatte die Telekom noch Monopolstellung, die Frau hat brav gekocht und alle wollten das Hausschwein Schopenhauer essen. Man kann richtig nostalgisch werden - und sich das alles ANHÖREN.



Powered by Emotional Incoming and Outfinding
März 26, 2008, 4:06 Uhr vormittags
Gespeichert unter: Medialala, My Mustard, Wissen macht Oh!

AAAARGH, UMPF, NÄÄG, NICH, GRRRML!!!

Etwa diese Laute musste ich vorhin von mir geben, als ich Kerner angeguckt habe und die Gesprächsrunde um Grinsebert Bastian Sick und Wolf Schneider auf das Thema “vermeidbare Anglizismen in der deutschen Sprache” kam.
Ich wusste genau, was die beiden gleich von sich geben würden und schämte mich schon im Voraus dafür fremd.

In gefühlten 30 Rhetorikseminaren, Seminaren zur politischen Bildung im Zivildienst und sprachwissenschaftlichen Veranstaltungen in der Uni habe ich die beiden lustigen Paradebeispiele schon um die Ohren getönt bekommen. Daneben etwa genauso oft in “gut recherchierten” Artikeln gelesen.
“Die Leute glauben ja, dass”
, heißt es dann immer als Einleitung. So natürlich auch diesmal.
(”Die Leute” im Sinne von “die Dummen, die grade die Privaten gucken”.)

Und dann gehts los.

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Schalten Sie JETZT um!
März 24, 2008, 11:15 Uhr nachmittags
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Hups, das war ja heute: In einer Viertelstunde wird auf dem WDR meine Folge aus der ersten Slam-Staffel wiederholt. Anschauen!!



Köln
März 9, 2008, 1:07 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Medialala, Poetry Slam

Hier darf man im Internetcafé noch rauchen - schön!

Das Frühstück im Hotel habe ich eben verpennt. Der Portier machte mich darauf aufmerksam, indem er mich mich “Frühstück verpennt!” begrüßte. Ein netter Mann! Die Alternative Burger King stellte sich als nicht allzu zuträglich für mein Befinden heraus. Habe weder Käse noch Fleisch aus dem Cheeseburger herausgeschmeckt, eher Kupfer, und musste vier Minuten lang auf die drei Gabeln Salat als Beilage warten. Jetzt ist mir erst recht schlecht.

Die Aufzeichnungen gestern Abend habe ich rein subjektiv als sehr angenehm empfunden - darüber hinaus hülle ich mich in mysteriöses Schweigen. Die Afterslamparty hat gerockt und ich will dringend wieder ins Bett. Blöderweise ist das exakt 394 Kilometer weit weg - laut Routenplaner. Brauche Kaffee …



Im Fernsehen (ich)
März 8, 2008, 1:50 Uhr vormittags
Gespeichert unter: Medialala, Poetry Slam

Um heute Abend bei der Aufzeichnung des WDR-Slams eine gute Figur zu machen, hab ich mir grade eine Flasche Rotwein reingepfiffen. Wirkt vielleicht etwas kontraproduktiv, hilft aber, um mal früher als um 5 Uhr ins Bett zu kommen. Ich fühle mich also top vorbereitet, nachdem ich den Text heute etwa 50 Mal geprobt habe, gehe gleich ins Bett und gegen 10 Uhr zum Bahnhof, weil noch zwei zusätzliche Stunden Vorschlafen im Hotel in Köln fest eingeplant sind.

Dann das Übliche, was wir Slammedienprofis längst gewohnt sind: Vier Stunden früher da sein, eine Minute Licht- und Kameraprobe auf der Bühne, Catering, Bier, Gespräche, Rumtigern, Nervössein, irgendwelchen Hyperaktiven beim Beatboxen zuhören, Pseudophilosophisches in die Kameras von Backstagereportern aufsagen, die Augenringe überschminken lassen, ganz viel rauchen und dann geht’s auch schon los.

Was ich offiziell noch gar nicht weiß: Ich starte in der ersten von drei Aufzeichnungen, auf letzter Position. Das ist der Traumstartplatz des Abends! Weniger traumhaft ist Sebastian23 - also nicht generell, aber in meiner Runde.
Hätte ich mich nicht betrunken, könnte ich vor Vorfreude und Aufregung kaum einschlafen. Es war ein guter Plan!