Egomania // Christian Ritter


Nazis? Aber doch nicht bei uns!!
Juni 27, 2008, 8:44 Uhr vormittags
Gespeichert unter: Everyday Weird, Medialala, Photographie | Schlagworte: , , , , , ,

Es ist ja neuerdings schick, sich sein Land ins Gesicht zu malen, wenn man sich in Horden zusammenfindet, um sich Fußball anzugucken.

Das habe ich hier mal illustriert.

Weniger schick finde ich es, wenn man sich eine Fahne nimmt, die einem gar nicht gehört, im Sinne von: die Fahne eines anderen Landes, und sie nicht grade pfleglich behandelt.

Wenn sich beispielsweise beim Public Viewing in Bamberg beim Halbfinalspiel eine Gruppe Nazis unter die türkisch-deutschen Zuschauer gemischt hätte, eine türkische Fahne herausgeholt, sie angezündet und auf den Boden geschmissen und dann draufgespuckt hätte, nein, mit so was käme ich gar nicht klar. Dann würde es mich erfreuen, wenn plötzlich der halbe Maxplatz in “Nazis raus!”-Schreie ausbrechen würde, um die braune Brut zu verjagen, was letztendlich auch klappt.

Aber wie komme ich nur auf so abartige Ideen? Weiß nicht. Die Leute vom Fränkischen Tag, der einzigen Zeitung in Town, haben sich gestern zwar mit wichtigen Dingen beschäftigt - der neue Name vom Hallenbad, die Frauengruppe der freiwilligen Feuerwehr, Gartenführungen - von Nazis stand da aber nix.

Bei Radio Bamberg, das für das Public Viewing verantwortlich ist, stand unter der Überschrift “Friedliches Fußball-Fest”: “Bamberg und Forchheim feierten den Einzug der deutschen National-Elf ins EM-Finale laut aber ohne Randale.”

Naja, ok, wenn es nicht in den Medien auftaucht … hab ich mir wohl alles nur eingebildet …



Fachfremde Erfolge
Juni 19, 2008, 8:15 Uhr vormittags
Gespeichert unter: Everyday Weird, Poker, Uni

Es ist ein Graus! Gerade jetzt, 8 Uhr ct, habe ich die Präsentation meiner Diplomarbeit in ihrem derzeitigen Stadium. Natürlich habe ich, wie es meine Art ist, entschieden, alles mal schön vor mir herzuschieben und in den letzten zwei Nächten richtig reinzuhauen, damit das alles ordentlich aussieht. Wer kann schon ahnen, dass so was Abstruses wie ein Pokerturnier dazwischenkommt?

Ich ging also gestern Abend um 18 Uhr zu besagtem Turnier, in der Hoffnung, dass ich schön zwei Stunden spielen und mich dann wieder an die Arbeit machen kann. Denkste!
Mit 60 Teilnehmern wurde an 6 Tischen gespielt, wenn sich die Spieler dementsprechend reduziert hatten, wurden die Tische zusammengelegt. Und so erlebte ich das Turnier mit 6, 5, 4, 3 und 2 Tischen und saß plötzlich nach 5 Stunden am Final Table. Wie es wohl nicht anders kommen konnte, verabschiedete sich Einer nach dem Anderem auch von diesem Tisch und ich saß plötzlich im Heads-Up, hatte schon 10 Liter Bier getrunken gewonnen und dem Sieger wunk dazu noch ein iPod. Ich wollte ja nie so hip sein und so etwas besitzen. Aber vielleicht gewöhnt man sich dran.

Fragt sich nur, was jetzt nachhaltiger ist. Der Sieg über 59 beim Poker oder die höchstwahrscheinlich sehr unkoordinierte Präsentation meiner Diplomarbeitsfortschritte grade im Moment?
Immerhin konnte ich so ab halb 2 heute Nacht weitermachen mit der Vorbereitung und immerhin siehts ganz gut aus, so auf dem Papier.
Ein Bett wäre aber fast noch schöner im Moment.

Nachtrag 11:05 Uhr: War gar nich so schlimm. Jetzt schlafen bis Fußball …



Ideen fürs moderne Bad: das Kotzbecken
Juni 10, 2008, 1:29 Uhr vormittags
Gespeichert unter: Everyday Weird | Schlagworte: , ,

Was es nicht alles gibt! Vor einigen Sommern habe ich so was auch schon mal auf einem Bamberger Keller gesehen und vorhin, auf einem anderen, ist es mir wieder aufgefallen.
Das war nicht sehr schwierig, denn dezent ist es nicht gerade: Das Kotzbecken mit Haltegriff - prominent platziert neben den Pissoirs.

(mehr…)



Shopping, yeah
Mai 30, 2008, 1:26 Uhr vormittags
Gespeichert unter: Everyday Weird

Was ich mir heute alles gekauft habe:

  • ein Fitnessbrötchen mit Putenwurst und Eiern

  • einen Multivitaminsaft mit 100 Prozent Frucht

  • Marlboro Menthol lights white (wegen Sommer)

  • ne kurze Hose

  • ein Hemd, das aussieht wie ne Tischdecke

  • noch ne kurze Hose

  • ein Paar Boxershorts, kariert, mit Eingriff

  • Flip Flops mit Blumen drauf

  • ein goldenes Fahrrad



    Anti-Nazi-Truck
    Mai 24, 2008, 2:35 Uhr vormittags
    Gespeichert unter: Everyday Weird, Poetry Slam | Schlagworte: , , ,

    11 Uhr Gabelmoo Bamberg.
    Fahne und Texte gegen rechts zeigen!!!

    Hach, liebes Blog, das war ein aufregender Tag. Wegen nächtlicher Turbulenzen kam ich erst um 8 heute Morgen ins Bett und habe bis 16 Uhr geschlafen. Dann flugs in die Uni, denn ich war “Gastdozent” im Slam-Seminar, das der Lehrstuhl Deutsch-Didaktik abhält. Da vier Texte gelesen und ein paar Fragen beantwortet.
    Um halb 8 war dann Vorbesprechung für die zweite Auflage unseres Theaterstücks “Der Präsident bittet zur Pressekonferenz”, inklusive Teil 2, Premiere am 28. Juni.
    Um halb 9 gabs Braten und Knödel bei Annika mit netten Menschen und Bier und viel Gelächter.
    Um 23 Uhr hat sich das Ensemble rund um Hauptdarsteller Casjen Ohnesorge (als Präsident) dann in meiner WG zum Proben getroffen. Das ging bis grade eben.
    Jetzt sitze ich da und passe meine Texte der baldigen Vortragssituation an. Wie die Überschriften schon vermuten lassen, nehme ich Platz auf dem Anti-Nazi-Truck, der um 11 Uhr am Gabelmoo losfährt. Heute ist NPD-Parteitag in Bamberg und da wird heftigst dagegen angeslammt und angemusiziert. Kommt vorbei, Freunde der Demokratie!

    Gewaltfrei und Spaß dabei! Worte können schwerer treffen als Schläge!



    Ja!
    Mai 16, 2008, 8:31 Uhr nachmittags
    Gespeichert unter: Everyday Weird

    Bei jeder zweiten Hochzeit, die man so im Fernsehen oder im Kino sieht, überlegt es sich die Braut noch kurzfristig anders, lüftet, statt “ja” zu sagen, den Schleier und sagt stattdessen lieber “Ich kann das nicht!”, rennt aus der Kirche und fährt mit dem bereitstehenden Motorrad zu einem Tötowierten mit wallendem blonden Haupthaar, den sie am Abend zuvor in einer Bar kennengelernt hat, und segelt mit ihm auf den offenen Ozean hinaus, ununterbrochen den Geschlechtsakt vollziehend.

    Ich hoffe mal, dass meine Schwester nicht gerade in einer Bar herumsitzt, denn es ist der Abend davor. Morgen kommt die Haube drauf. Meine Aufgabe: nen schicken Anzug anziehen und in der Kirche die Lesung slammen. Die Vorlage ließ zu wünschen übrig, also hab ich sie etwas gepimpt. Bin mir sicher, dass es den Pfarrer vor Freude aus den Latschen hauen wird, Brüder und Schwestern im Herrn.



    Indiz für Sommer
    Mai 5, 2008, 10:25 Uhr nachmittags
    Gespeichert unter: Everyday Weird

    Kaum ists mal ein paar Tage warm, schon bricht die Plage aus: Man hat den halben Tag das Fenster offen und dann kommen diese Viecher reingeflogen. Ich hab sie noch nicht mal gesehen, aber seit etwa zwei Stunden macht es in den verschidensten Winkeln meines geräumigen Zimmers <bssss>, <khrks> und <ploing>, wenn die Dinger gegen die Lampe fliegen.

    Da wirds wohl heute Nacht einige fröhliche Kammerjägerspiele geben. Die stabile Posterröhre aus Hartkarton kommt da gerne zum Einsatz, Deo und Feuerzeug stehen ebenso bereit. Bücher hab ich dank Diplomarbeit auch genügend hier rumliegen. Das macht am meisten Spaß: In nächtlicher Dunkelheit eine einzelne Lichtquelle auf ein aufgeschlagenes Buch (in der Hand) richten und wenn sich das instinktgesteuerte und lichtgeile Insekt draufsetzt - klapp! Ach ja, was wäre das Leben ohne Bücher …



    Sponsoring Agreement
    April 18, 2008, 10:07 Uhr nachmittags
    Gespeichert unter: Everyday Weird, Poetry Slam

    Sponsoring Agreement - das stand über dem Vertrag, den ich Montag Morgen mit der SOPHIST GmbH in Nürnberg geschlossen habe.

    Was verbirgt sich dahinter?

    Es ist nicht ganz so geschäftsmäßig wie es sich anhört. Die Sophisten haben mich zum Künstler des Jahres 2008 erkoren und unterstützen mich bzw. meine Auftrittstätigkeit in diesem Jahr - großzügig, und auch mit klassischen Sponsoringartikeln wie Hemden mit Firmenlogo.

    Es wird eher die Ausnahme bleiben, dass ich als Litfaßsäule die Bühne erklimme oder vor meinen Texten aufsage “Wenn Sie sich übrigens mal ein System oder eine Software entwickeln lassen möchten - SOPHIST!” Obwohl ich mir das eigentlich ganz lustig vorstelle. Meine penetranten Werbeeinblendungen sind (zumindest dem Würzburger Publikum) durchaus bekannt.

    Meiner Freude über die Unterstützung tut das alles keinen Abbruch. Die Firmenmitglieder haben sich am Montag als sehr interessiert an der Slammerei geoutet und fanden auch meinen (mir spontan aufgedrängten) Textvortrag ganz gut. Was noch dazukommt: Die Idee, den Künstler des Jahres SOPHISTicated artist zu nennen, stammt von mir selbst - und wurde zu meiner Verwunderung sofort übernommen. Mal wieder eine Referenz als Werbetexter.

    Das neue, süße Banner links wird sich also hier eingewöhnen. Heute wurde ich auch schon im Firmenblog willkommen geheißen.