Gespeichert unter: Merkwürdige Dialoge
Zugfahrt nach Erlangen. Zwei Fränkinnen sitzen mir schräg gegenüber und unterhalten sich. Dies geschieht folgendermaßen: Es gibt ein Oberthema, zu dem beide jeweils aus der Ich-Perspektive heitere Anekdoten erzählen, ohne dass der Gegenpart darauf eingeht. Das Thema: Haare. Ein Beispiel:
Sie 1: Im Sommer du ich mir manchmal a Spange nei, dann störe si net.
Sie 2: Ich würd si ja mal wieder färbe lasse. A paar flodde Strähne, weisch?
Nach einer Viertelstunde denke ich mir, so langsam sei das Thema auserzählt. Die Haarpracht der beiden verdient eigentlich keinen weiteren Kommentar als „könnte man mal wieder waschen“. Plötzlich springt das Gespräch jedoch auf eine ganz andere Ebene.
Sie 1: Ich hab si ja lang g’habt, aber der Wolfgang wollt mich dann nur mit kurze nehme.
Sie 2 zwirbelt ihre Haare.
Sie 1: Dann hab i si ab’gschnidde und er hat mich gekricht.
Wie hat man sich das vorzustellen? Ich jedenfalls so: Bevor sie eine Beziehung eingeht (mit Wolfgang) steht sie vor ihm, dreht und bückt sich und der Wolfgang sitzt da und sagt „Ja, die könnte ich schon nehmen. Mit dem Preis müssen wir natürlich noch was machen, die Gebrauchsspuren sind ja nicht zu übersehen. Achja, und die Haare müssen ab, dann nehm ich sie.“ Schnipp schnapp, dem ewigen Glück steht nichts mehr im Weg.
Gespeichert unter: Poetry Slam | Schlagworte: Poetry Slam, posthalle, Würzburg

Es gäbe zwar NOCH Hübscheres zu zeigen, etwa den tollsten Kuschellöwen der Welt, den das coolste Patenkind der Welt (Release: morgen) vom angesagtesten Patenonkel der Welt (Bild) zur Berüßung geschenkt bekommen wird. Trotzdem finde ich auch das Bild ganz gelungen. Zur Weiterverbreitung geeignet und empfohlen.
Der erste Slam der Saison am Sonntag lief so naja. Wie jedes Mal zählten mir vorher diverse Miesepeter Hinderungsgründe auf, weshalb grade heute vielleicht nicht so viele Zuschauer kommen. Absoluter Favorit: Semesterferien. Platz 2: irgendein Straßenfest. Platz 3: Urlaubszeit. Wie jedes Mal ließ ich mich nicht davon tangieren. Seit langer Zeit hatten die Miesepeter aber mal Recht. Der stetige Aufwärtstrend wurde erst mal unterbrochen. Grade mal 120 Zuschauer kamen vorbei. Darüber würde sich zwar manch anderer Slam freuen, ich in meiner Erfolgsverwöhntheit will aber mehr. Mehr vom mehr, sagte ja schon Westerwelle, oder Künast, oder Schlämmer, egal. Um bei den Politikvergleichen zu bleiben: Die Zuschauerzahlen des Slams entwickeln sich grade wie die Direktkanzlerfrage für Angela Merkel. Kleiner Einbruch. Bei uns wird es allerdings wieder nach oben gehen.
In der Evaluation wurden bereits interessante Neuerungen diskutiert, die am 4. Oktober mal getestet werden und mehr Stimmung im Publikum garantieren. Gewonnen hat übrigens Theresa Hahl. An den Beiträgen gab es sowieso nix auszusetzen. Der erhobene Zeigefinger (Zeige-!!!) geht also Richtung Publikum, das dem Slam bis vor der Sommerpause so treu war: Dass ihr mir ja alle wieder kommt – und die Omma mitbringt!
Bilder von allen auffer Bühne gibt es hier. (Die Sache mit dem Hut überdenke ich noch mal.)
Ich kenne Menschen, die regelmäßig die Auseinandersetzung mit Türstehern suchen und finden. Weshalb, ist mir meistens schleierhaft. Das Resultat ist dann ein Hausverbot, ein gebrochener Finger oder nur ein blaues Auge. Ich wüsste gar nicht, weshalb ich mich mit diesem Berufsstand anlegen sollte. Tun die mir nix, tu ich ihnen nix. Anscheinend habe ich ihnen aber etwas getan und war mir dessen gar nicht bewusst.
In einem Bamberger Tanzlokal, das sich gerade noch in der Phase befindet, Wert auf die Erlesenheit seiner Gäste zu legen, also erst in etwa drei Monaten mit den vierstündigen Happy Hours und Coyote Saufpartys anfangen wird. Dorthin zu gehen war ein Gruppenzwang, der sich aus der Abendeigendynamik entwickelte, ich habe nichts damit zu tun. An der Bar treffen wir bedeutende Persönlichkeiten aus der regionalen Politik, die kurzzeitig vergessen haben, dass dahoam die Fraa sitzt und sich an alles, was Brüste hat, ranschmeißen. Darunter auch eine Dame mit Hut. Hier treffen die Handlungsstränge zusammen. Wir stehen als Grüppchen einige Meter von der Bar entfernt, ich trage meine Mütze. Klingt wie eine unbedeutende Randbemerkung. Einer der Türsteher („Security Agency“ steht auf seinem Hemd) bahnt sich uns entgegen und eröffnet das Gespräch – mit mir:
Er: Tu die Mütze runter!
Ich: Bitte?
Er: Mütze runter!
Ich: Warum?
Er: …
Ich: Warum?
Er: Runter!
Ich: Warum?
Er: Das ist unsere Club-Philosophie.
Ich denke, er verarscht mich.
Ich: Was? Wie? Die Gesellschaft der Unbehüteten oder was?
Er: *grummel* … Wir lassen hier keinen mit Kopfbedeckung rein.
Ich: Die da drüben (die mittlerweile die Hand eines Volksvertreters am Gesäß trägt) hat auch einen Hut auf.
Er: Und?
Ich: Ja weil das ne Frau ist, ist das bei ihr ein Accesoir oder was?
Er: Genau.
Ich: …
Er: …
Ich: Das finde ich diskriminierend.
Er: Ich sag’s noch einmal im Freundlichen …
Ich: Jetzt mal ernsthaft: Ich hab mich nicht gekämmt. Deshalb hab ich die Mütze doch auf.
Er: *schnaub*
Ich nehme die Mütze ab: Schau!
Er: Ja, das sieht echt scheiße aus.
Ich setze sie wieder auf: Na also …
Er: Runter damit hab ich gesagt!
Damit er zufrieden ist, folge ich endlich seiner Anweisung. Er freut sich und geht. Ich setze die Mütz wieder auf und keiner sagt im weiteren Abendverlauf einen Ton. Trotzdem habe ich das geile Gefühl, was total Verbotenes zu tun.
Wenn ich mal einen Club aufmache, kommen da nur Leute rein, die keine dickeren Oberarme als ich haben.


