The Christian Ritter Blog


Mach den Hitler!
28. Mai 2009, 9:59
Gespeichert unter: Poetry Slam, Textur

„Das musst du auf jeden Fall drin lassen.“ VS. „Das kannst du nicht bringen.“

In jedem aktuellen Text von mit gibt es mindestens eine Stelle, die vielerseits so und so oder ähnlich kommentiert wurde. Aktuelles Beispiel:

„Haben Sie schon realisiert, dass Sie eben Mutter von Fünflingen geworden sind? Eine Totgeburt und vier Mal Down-Syndrom.“

Da hab ich’s drin gelassen. Punkrock!

Momentan stehe ich vor einem heiklen Problem: wie patriotisch ist der Franzose an sich? Neigt er zur Selbstironie? Lässt die Blutigkeit der Marseillaise Rückschlüsse darauf zu, wie auf Kränkung des Nationalstolzes reagiert wird?
Hintergrund ist, dass ich überfolgendes Wochenende einen Auftritt in Paris habe und dafür zwei Texte über eben Paris anfertigen soll.
„Paris entre les lignes“ heißt die Veranstaltung, steigt am 5. Juni im Magic Mirrors am Place Stalingrad (das auch noch), wird von etwa 700 Franzosen besucht werden und ich bin der einzige Deutsche im Aufgebot, der auch noch auf deutsch texten soll. Wieso das denn? Arte filmt mit. L’amitié franco-allemande. Die Frage nur: was schreibe ich denn dafür?

Ich habe schon mit einigen Leuten drüber geredet, ein Kollege aus dem Bereich des Liedermachings hat mir spontan angeraten „Mach denen den Hitler. Das kommt gut, wenn da ein Deutscher ankommt und den Hitler macht.“ Ich denke drüber nach, allerdings nur halbintensiv. Andere können das ja besser, zum Beispiel Helge Schneider. In der Zwischenzeit habe ich einen anderen Text geschrieben, hier eine kurze Passage:

„Vielleicht stimmt ja doch nicht alles, was man so hört. Nur eben die paar anderen Sachen, ich fasse mal eben zusammen: Die Franzosen sind ein arbeitsscheues Volk von Alkoholikern mit einer Gauloise in jedem Mundwinkel, das durch die Gegend hurt und es am liebsten mit italienischen Chansonsängerinnen treibt.“

Bisher habe ich den Text nur einem Kritiker vorgelegt, der eher der Das-kannst-du-nicht-bringen-Fraktion angehörte. Hmmm. Gibt es da vielleicht gegenteilige Meinungen oder sonstige Ratschläge? Texting 2.0 und so. Mein liebstes Pro-Argument bisher: Die verstehen dich eh nicht. Das Argument ist von mir.



Skandal im Sandgebiet
17. Mai 2009, 9:55
Gespeichert unter: Poetry Slam

Wir stehen vor einem Bamberger Stadtplan. Es kommt zu folgendem Dialog: „Regnitz.“ – „Ja, es regnet.“

Dieses Gespräch war mein persönliches Highlight in der Nacht von Freitag auf Samstag. Wie ungleichgewichtig Maßstäbe doch gesetzt sein können. Was nämlich in der folgenden Nacht abging, ist kaum in Worte zu fassen. Na gut, eigentlich doch: Der Frankenslam in Bamberg, zu nicht unentscheidenden Teilen von mir mitorganisiert, hat alle bisher dagewesenen derartigen Veranstaltungen in einen großen, GROSSEN Schatten gestellt. Man weiß zwar aufgrund Eintrittsfreiheit nicht, wie viele Zuschauer tatsächlich anwesend waren, die Zahl 450 ist jedoch nicht untertrieben, die Zahl 500 ebenso realistisch, alles darüber hinaus zwar spekulativ aber noch immer glaubwürdig.

Jedenfalls mussten ganze Horden an Zuschauern wegen Überfüllung abgewiesen werden, darunter leider auch extra angereiste Würzburger, gute Freunde, hochdekorierte Slammer, Nora Gomringer herself und viele andere. Was im Inneren der ehemals heiligen Hallen abging, muss man einfach erlebt haben. Skandal im Sandgebiet!

Da gab es ein Jurymitglied, das suspendiert werden musste, einen Martin Geier, der sich in der Emryonalstellung gefiel, eine Pause, in der Hunderte die Bar erstürmten, einen Thomas Brandt, der sich so verausgabte, dass er später seine Hosteltür nicht mehr aufbekam, zwei Moderatoren, die die Sache doch immer irgendwie im Griff hatten, zwei Berliner, die Deutschland und Meister sind und und die (und der) Bude einheizten, eine Lottorommel, die das Schicksal vorgab, einen Ostdeutschen in pink, diverse donnernde Appläuse, die die Kirche zum Zittern brachten, extreme Punktstreuungen der Jury (warum nicht mal ne 3 und ne 10 für denselben Vortrag geben?) und schließlich einen Michael Jakob, der den Frankenslam irgendwann erfunden und ihn nun auch mal gewonnen hat. Schließlich? Nö. Schließlich gibt es jetzt ein Weißwurstfrühstück. Da muss ich mal eben hin.



FRANKENSLAM 09
11. Mai 2009, 12:50
Gespeichert unter: Poetry Slam

WuerzburgRittermitPlakat

Der Frankenslam naht. In großen Schritten. Mit SiebenSechstagesstiefeln. Diesen Samstag wird er steigen. Ich freue mich. Ich freue mich

  • auf die netten Teilnehmer, die aus aller Franken Städte den Weg nach Bamberg auf sich nehmen werden. Sogar Schwabach hat im Nachrückverfahren noch einen Platz vom OK zugesprochen bekommen. Würzburg ist stark vertreten, daneben auch die anderen National Player Erlangen und Nürnberg – und Bamberg natürlich, mit clarem Heimvorteil.
  • darauf, dass nun auch mal anderen und frischen Poeten die Chance gegeben wird, ins Finale einzuziehen oder gar das Ding zu gewinnen. Schließlich moderiere ich ja nur. Hihi.
  • auf die Location. Eine altehrwürdige Kirche, die der altehrwürdigen Uni sonst als altehrwürdige Aula dient.
  • auf unsere speziellen Gäste: Micha Ebeling und Volker Strübing, die als Team LSD die Hood Church Aula zum toben bringen werden – und Rayl Patzak, der Mukke mit Sprech vermengt.
  • über die Treue meines ehemaligen Sponsors SOPHIST, der uns mit einer milden Gabe aus finanzieller Notlage hilft und somit wiederholt zeigt, dass er Poetry Slam gern hat.
  • darauf, dass Nils kurz vorher die Moderationen absprechen möchte und mir das egal ist. Das Ergebnis wird sicher lustig.
  • auf unsere beeindruckende Technik in Form einer ausgeklügelten Punktesoftware, die sich in Würzburg bewiesen hat und hoffentlich am Samstag genauso geschmeidig laufen wird. Desweiteren auf die ominöse Lottotrommel, die den Verlauf des Abends hauptsächlich bestimmt.
  • darauf, unser Logo, das Matthias Link liebevollerweise schmuck entworfen hat, auf einer Leinwand mit 20 Quadratmetern zu sehen (geschätzt). Etwas kleiner sieht es aber auch ganz gut aus, finde ich.

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Also, liebe Leute: Kommet in Scharen, wir haben Platz für ein paar Hundert.
Samstag, 21 Uhr, AULA Bamberg, Eintritt FREI. Slam ab!



Umzug geglückt
4. Mai 2009, 11:18
Gespeichert unter: Poetry Slam | Schlagworte: ,

Zwar ist einiges auf der Strecke geblieben, der Cartman zum Beispiel, die Stehlampe und die gemütlichen „Sofen“ (Casjen Ohnesorge) auf der Bühne, dafür konnte man sich in der neuen Heimat doch recht wohl fühlen.
Die Rede ist – naturellement – vom Poetry Slam. Am Sonntag fand der erste solche in der Würzburger Posthalle statt.

siegerehrung-april

Gleich zum Auftakt waren mehr Zuschauer anwesend als jemals im akw! 204 an der Zahl. Der feine Unterschied zwischen den Locations besteht darin, dass das akw sich schon mit 150 Leuten ziemlich voll anfühlte, die Posthalle könnte auch einen rapiden Zuschauerzuwachs locker verkraften. Ich bin dem nicht abgeneigt, das können wir ab September ausprobieren, wenn der Slam in die neue Saison geht. Ziemlich sicher auch dann wieder in der Posthalle.

Ein großes Manko kann allerdings nicht verschwiegen werden: Dort gibt es gibt kein gescheites Malzbier! Und davon ernährt sich der Moderator nunmal hauptsächlich während der Veranstaltung. Es gibt zwar Malzbier, aber was sich die mir sonst durchaus sympathische und wohlbekannte Brauerei Distelhäuser dabei gedacht hat, Malzbier mit Cappucinogeschmack zusammenzubrauen – ich meine, sind wir in Belgien oder was? Die zwei anderen zur Verfügung stehenden Geschmackszusätze kannte ich nicht mal!

Manchmal muss man Abstriche machen. Selbst als Mann. (mehr…)