The Christian Ritter Blog


Definiere Humor!
29. April 2009, 5:09
Gespeichert unter: Everyday Weird, SOOTS, Textur | Schlagworte: ,

Ich habe einen Witz erfunden. Bisher fand ihn niemand komisch. So geht er:

Was ist das Hobby von einem Legastheniker?
.
.
.
Er geht gerne mal um den Block.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass er sich in intellektuellen Kreisen durchsetzen wird.



Meine Zeit wird kommen, im Jahr 2010 …
27. April 2009, 6:59
Gespeichert unter: Everyday Weird, My Mustard, Poetry Slam

Die Slamwelt ist eine widersprüchliche.
Sie ist zugleich kaum bekannt und prominent, dilletantisch und professionell, einfach und kompliziert.
Da treffen sich Hobbydichter, die sich gegenseitig ihre Gedichte über den Frühling vorlesen. Das ist Slam.
Aber auch: Da gibt es ein Rankingsystem, das mehr Faktoren berücksichtigt als die Fußballbundesligatabelle. Zum Beispiel einen Entfernungslogarithmus, den niemand versteht. Und Qualifizierungssysteme, die von Stadt zu Stadt abweichen können, weil am Ende doch jeder Ausrichter Autodidakt ist und eher Extremitäten niederen Ranges opfern würde, statt sich in seinen Slam reinreden zu lassen. Es ist dieser systemimmanente Widerspruch zwischen der Zulässigkeit eines jeden mutigen Ersttäters auf der einen und einem Survival-of-the-fittest-Prinzip auf der anderen Seite, nämlich den alljährlich ausgetragenen Meisterschaften, der permanent um die Veranstaltung Poetry Slam herum schwebt und eine exzellente Angriffsfläche für Kritiker bietet.

Ja, ich gebe offen und ehrlich zu, dass ich Freund des Systems bin und Jahr für Jahr einer Qualifizierung für die Meisterschaften hinterherhechele, immerhin gibt’s da große Parteille und man trifft nette Leute. Bislang bin ich für 2009 noch nicht qualifiziert. Aber auch in diesem Jahr wird sich ein Weg finden, noch liegen drei oder vier Highlander-Slams vor mir, genau weiß ich das gar nicht.

Eine recht kuriose Situation hat sich jedoch daraus ergeben, dass ich letzten Sonntag bei der Poesieschlacht in Düsseldorf  gewonnen habe. Die Stadtmeisterschaften nämlich (wie der Siegerslam dort heißt) fanden 3 Tage später im großen und ausverkauften Schauspielhaus statt. Das Teilnehmerfeld war schon proppenvoll, hab ich gar nicht mehr reingepasst. Was ist da die logische Konsequenz? Ich habe einen Platz bei der nächstjährigen Stadtmeisterschaft erhalten, kann mich dort dann für Essen 2010 qualifizieren.
Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem noch die wenigsten Teilnehmer für 2009 feststehen, für die deutschsprachigen Meisterschaften – in Düsseldorf.
That’s pretty gaga, isn’t it? But I like it.



Der Zug ist wohl abgefahren
23. April 2009, 7:03
Gespeichert unter: Everyday Weird, Reisetagebuch | Schlagworte:

Was war das gestern für ein kurioser Tag. Passte zu meiner Mini NRW Tour irgendwie. Der krönende Abschluss trug sich so zu:

Würzburg, Bahngleis 8, ich habe gerade einen Hürdenlauf durch 5 ICE-Waggons hinter mir, da ich mich im Bistro verquatscht und den Fahrplan falsch gelesen hatte (das Eine führte zum Anderen).

Der frisch gewaschene RE Richtung Bamberg blitzblankt vor sich hin, die Anzeigetafel verkündet, es würde auf Anschlussreisende gewartet. Keine Anschlussreisenden in Sicht. Daher mein Plan: Ich stelle mein Gepäck schonmal rein, rauche auf Sprungdistanz zur Tür ein schnelles Zigarettchen und behalte den Aufgang im Auge, um zeitgleich mit den zu erwartenden Anschlussreisenden endgültig einzusteigen.

Das Bahngleis bleibt unfrequentiert, im Zug selbst kann ich kaum mehr als 3 Menschlein erkennen, ein laues Lüftlein weht mir das Frühlingsjäckchen näckisch um die Hüfte und ich verliere mich etwas in Gedanken. Wenn ich ernsthaft nachdenke, beginne ich automatisch in einem kleinen Kreis zu tapern. Jedesmal, wenn der Zug wieder in mein Blickfeld gerät, erschrecke ich kurz, weil ich mir einbilde, er bewege sich. Quatsch, kann er ja nicht, solange die Nachzügler (Nach-Zügler!) noch nachzügeln. Wird ja wohl eine Durchsage kommen, wenn er wahrhaftig mal losfahren sollte. Wir sind schon über 10 Minuten über der Zeit. Da fährt er los. (mehr…)



Posthalle!
15. April 2009, 2:24
Gespeichert unter: Poetry Slam | Schlagworte: , , , , , , ,

Mein Slam hat ein neues Zuhause gefunden.

Wie erwähnt, musste die Entscheidung zwischen Boot und Posthalle fallen.
Ein recht interessanter Vergleich, der da gezogen werden musste. Meine Prämissen: ich brauche eine Bühne und Platz für 200 Leute. Nimmt man das mal 20, kann man sich bei Unkenntnis die Dimensionen der Posthalle ausmalen. Pluspunkt wiederum: Der Chef der Posthalle ist mir wohlbekannt und hat sich damals, als er noch akw-Vorstand war, auf das Experiment Poetry Slam eingelassen. Jetzt gibt es erneute Starthilfe. Die Entscheidung fiel also recht leicht – und vor allem im Zuschauerinteresse. Auf dem Boot nämlich wäre es schon mit 150 Leuten recht eng geworden, die außerdem hätten stehen müssen. Wir sind ja nicht in München, wo diese verrückten Slamfans erst stundenlang um den Häuserblock herum schlängeln, um dann einen Quadratzentimeter Stehfläche pro Mann zu bekommen. Nein, wir fahren den Slam vom Gemütlichkeitsfaktor wieder auf Anfang. Man hört von Sofi, einer Liegewiese und Kuschelecken und bequemen Stühlen. Die Bühne schien mir auf den ersten Blick etwas groß geraten, vielleicht dürfen wieder Zuschauer mit drauf. Die Größe des Raums wird durch Einrichtungsgegenstände wie etwa einem handballfeldgroßen Vorhang geschickt den Gegebenheiten angepasst und auf akw getrimmt.

Das erste Mal in der Posthalle könnte auch schon wieder das letzte Mal sein. Wir haben nur eine Übereinkunft für Mai. Was danach passiert, vom Zirkuszeltslam beim Umsonst&Draußen ab-ge-sehen,  lässt sich eben nicht ab-sehen. Nebenbei haben wir ja auch das Saisonfinale mit allen Siegern, es wäre also gar nicht mal verkehrt, am 3. Mai zu erscheinen und sich die extraordinäre Show zu geben. Ich werde auch jeden Fall vorbei schauen.



Anmerkungen zur Comedy Lounge
10. April 2009, 1:42
Gespeichert unter: Stand-Up

Nun stand ich gestern erstmals auf einer Comedybühne. Im Jazzclub in Bamberg. Dort stand ich schon öfter, meist bei der Lesebühne. Der Club der gleiche, die Bühne die gleiche, man könnte meinen, da zuckt die Rampensau nicht mit keiner Borste. Dennoch war ich erstaunlich aufgeregt – und finde das im Nachhinein erstens extrem sympathisch (Außensicht). Zweitens war es auch mal wirklich an der Zeit, ein bissl was anderes auszuprobieren als immer nur Slamslamslam. Weitere Anmerkungen:

  1. Die Anwesenheit von Dozenten macht die Sache nicht grade einfacher.
  2. Das Publikum wirkt allgemein anspruchsvoller als bei einem Durchschnittsslam (korrespondiert wohl mit dem Eintritt).
  3. Man muss sich nicht unbedingt in den Stand-Up-Geplauder-Holzschnitt einfügen. Auch Texte, denen man anmerkt, dass sie andernorts auf Papier stehen, werden goutiert.
  4. Auch wenn man einen Text komplett versemmelt, kassiert man doch durch spontane Anmerkungen Lacher, die es auf keinem Slam geben würde. Höchstens im Rahmen der Moderation, dabei schwebe ich aber ohnehin in anderen Humorsphären.
  5. Ich werde für den nächsten Lounge-Auftritt tatsächlich mal ein bissl Programm zusammenschreiben. Könnte durchaus Spaß bringen, die alten Texte auch mal stecken zu lassen.
  6. Ich lerne Gitarrespielen.