The Christian Ritter Blog


Zwanziger machen Weinreich
25. Februar 2009, 3:26
Gespeichert unter: Medialala, My Mustard, Netzern

(Ich bitte die Überschrift zu entschuldigen.)

Spendenaufrufen stehe ich ja eher skeptisch gegenüber. Neulich lief mir eine Dame mit Punkt auf der Stirn (spricht wohl für ihre Indischstämmigkeit) über den Weg und drückte mir eine gelbe Rose in die Hand. Ich freute mich über die nette Aufmerksamkeit und fragte, womit ich diese verdient hätte. Da zückte sie ihr Klemmbrett, auf dem krakelige Namen und hohe Geldbeträge standen. „Für die Kinder“, sagte sie – und hielt die Hand auf. Ich gab ihr dankend ihre Rose zurück. Den Tipp, sich vielleicht eher an seniles Publikum zu wenden, brauchte ich ihr gar nicht zu geben. Kurz darauf wechselte die Rose für 50 Euro die Besitzerin und landete in einer antik anmutenden Handtasche. Ob die der Überrumpelung zu dankende Spende mittlerweile bei „den Kindern“ angekommen ist, vermag ich nicht einzuschätzen.

Nach diesem duftig-atmosphärischen Einstieg nun zum Thema: Es gibt auch Spendenaufrufe, bei denen man sich sicher sein kann, dass das Geld 1. beim Empfänger ankommt, man 2. genau weiß, wofür es verwendet wird und man sich deshalb 3. in der Gewissheit wägen kann, etwas Hilfreiches und Gutes getan zu haben. So im Falle Jens Weinreich, der gegen den übermächtigen DFB in Person von Theo Zwanziger kämpft. Dieser, Zwanziger, setzt einiges daran, dem freien Journalisten Weinreich das Leben schwer bis unmöglich zu machen. Seit Monaten trifft man sich vor Gericht, Auslöser war die verletzte Eitelkeit Zwanzigers und das Wort „Demagoge“. Seither tobt ein juristischer Streit, der Weinreich arm und Zwanziger unmöglich macht. Die blogaffine Leserschaft ist über diesen Vorgang ohnehin informiert, Gelegenheitsuser können sich hier oder dort näher informieren.

Jens Weinreich hat nun einen offenen Spendenaufruf (unter dem „hier“ eben versteckt) verfasst und das soziale Web2.0 zeigt, wie sozial es tatsächlich ist. Leser seines Blogs (mein offenkundiges Desinteresse am sportlichen Zeitgeschehen lässt mich eigentlich nicht dazu zählen) Sympathisanten und Kollegen im Geiste des freien Journalismus (hierzu zähle ich mich) spenden unter dem erfrischenden Motto „Zwanziger gegen Zwanziger“, um Weinreich seine Prozesskostenlast zu erleichtern. Einem Einzelnen tut der Verlust eines Zwannis nicht weh, mir auch nicht, in der Masse hilfts aber und sollte stattlich was her machen. Es ist so wie die Website mit den Millionen Pixeln, nur dass diesmal ein Sinn dahinter steckt. Kurzum: ich habe meinen Zwanziger gegen Zwanziger gespendet, andere Bekannte auch, und viele sollten folgen.

Zitat Weinreich: „Sollte ein Wunder geschehen und am Ende sogar ein Betrag auf dem Bankkonto verbleiben, der nicht benötigt wird, würde ich dafür plädieren, diese Summe einer Journalistenvereinigung für ähnliche Fälle zur Verfügung zu stellen.“ Gute Idee. Durch die virale Energie des Netzes, der ich fast religiös verhaftet bin, rechne ich sogar fest mit dem Wunder. Vielleicht hilft’s mir später auch mal. Bin ja jetzt schließlich Chefredakteur. Spenden!



Der Ton macht die Musik
17. Februar 2009, 10:55
Gespeichert unter: Medialala

Vielleicht ja nicht die allerbeste Idee, wenn es um ein Video mit Musik (a.k.a. Musikvideo) geht, eines mit einer arg schlechten Bild- und Tonqualität einzustellen, aber ich bin mal so totally crazy.

Als ich heute meine Organisationsstrukturen komplett umgestellt habe, on the way to Fleißigkeit, fiel mir ein, dass ich nebenberuflich ja noch Bandmanager bin, und zwar von den beiden lustigen Gesellen: Michi und Anja, The Royal Dentists. Tadadatatütata!

Wer glaubt, auf den Geschmack kommen zu können, klicke hier für besseren Ton und kein Bild oder komme am 27. Februar in den Live Club in Bamberg, wo die beiden abendfüllend spielen werden, mit kleinen unmusikalischen Texteinlagen zwischendurch, z.B. vom Manager.



Kein Abschied vom akw!!!
13. Februar 2009, 4:35
Gespeichert unter: Poetry Slam | Schlagworte: ,

Der Poetry Slam am 1. März wird im akw stattfinden!

Mehr gibt es grade nicht zu sagen, außer, dass sich Interessierte hier anmelden können.



Nachbetrachtung
9. Februar 2009, 9:00
Gespeichert unter: Poetry Slam | Schlagworte: , , , , , ,

cartmanfebruar

Bei meinem routinierten, desinteressierten Dahinsurfen durchs Web2.0 stieß ich auf dieses hübsche Bild. Erst dachte ich mir „Was die Leute so fotografieren?! Totaler Krempel, das.“ bis ich bei zweiten Hinsehen merkte, dass mir das alles unheimlich vertraut vorkommt. Hatte ich die Hälfte davon nicht vor Kurzem in der Hand? Habe ich „Die Zunge Europas“ nicht als das Buch der Bücher gepriesen, die Hundeschokolade, die Kieler Sprotten, den Brentano und den Playmate-Kalender einem interessierten Publikum präsentiert – begleitet von meinen Interpretationsversuchen?
Ja, habe ich. Was wir hier fein drapiert sehen, ist der Inhalt des „Cartmans“, des konfessionslosen Klingelbeutels beim Würzburger Poetry Slam. Nico Semsrott hat ihn im Februar gewonnen und ihn augenscheinlich heile bis nach Hamburg gebracht. Dazu hat er einen Blogeintrag verfasst. Prädikat lesenswert.

Leicht verwundert bin ich darüber, dass mir die TKKG-Kassette bei der Präsentation entgehen konnte. Schon oft habe ich ja mein fundiertes  Hörspielwissen bei der Slammoderation aufblitzen lassen. Eine Nacherzählung der Folge in zwei Sätzen wäre eine recht einfache Übung gewesen, solange es sich um eine der Folgen 1-100 handelt. Zu erkennen ist das leider recht schwer – auch bei achtfacher Vergrößerung im Photoshop. Schade.

Wer nicht nur sehen, sondern auch hören möchte, dem seien die heute frisch geupdateten und mit mp3s aus den letzten 2 Monaten bestückten Präsentationsorgane des Würzburger Poetry Slams, die myspace-Seite und der YouTube-Account, empfohlen.

Neuigkeiten zu unserem Veranstaltungsort gibt es übrigens nicht.



(Noch?) (kein) Abschied vom akw
3. Februar 2009, 5:00
Gespeichert unter: Poetry Slam | Schlagworte: , ,

„Am Fortbestand wird gearbeitet.“ So wurde es mir eben reichlich nebulös aus der Führungsriege des akw mitgeteilt.

Konkreter heißt das: heute ist nichts Entscheidendes passiert, die Rettungstermine erstrecken sich nun wohl über diese und bis in die nächste Woche hinein. Frühestens dann ist also mit einer Entscheidung zu rechnen.

Die Verschleppung ist der Zustand, in dem ich mich am wohlsten fühle, sagte einst sinngemäß der geschätzte und mich wenig schätzende Literaturpopper Stuckrad-Barre. Ich sehe das grade anders. Klarheit der Lage wäre schön, die gibt es aber nicht. Kann man nix machen. Anders: Wenns der Klarheitsfindung dient … müssen wir eben abwarten. Man ist ja nicht untätig in Würzburg. Ich bin es auch nicht.* Ob eine Finanzspritze, von wem auch immer, aber mit einem Flutsch alle Probleme – vor allem auf Dauer – beseitigen kann, denen sich das akw gegenüberstehen sieht, ist wohl berechtigterweise zu bezweifeln. Für eine Dauerlösung muss mal wieder eine Organisationsumstrukturierung her, für die es vor allem eines braucht: tatkräftige Unterstützung im Veranstaltungsablauf durch freiwillige Würzburger Helfer. Entgeltfreies erhöhtes Engagement. Schwer zu bekommen, GRADE IN DER HEUTIGEN ZEIT. (Um mal einen Ausdruck zu bemühen, der für meine Redakteure auf dem Index  steht.)

Was feststeht ist, dass das akw dieses Wochenende noch geöffnet sein wird. Der Slam könnte also nur insofern historisch gewesen sein, als es der letzte Slam, aber nicht die letzte Veranstaltung im akw gewesen sein KÖNNTE.

* Sollte sich alles zum Bösen wenden, gibt es für den Poetry Slam an sich Hoffnung. Ich habe mir drei Lokalitäten ausgekuckt, die zum Teil zwar noch nichts davon wissen, als Austragungsorte aber geeignet erscheinen.
Erste zarte Bande sind mit meinem Favoriten geknüpft. Dort gibt es nur eine latente Bedrohung: Hochwasser.