The Christian Ritter Blog


Die toten Tauben von Würzburg
16. September 2008, 10:32
Gespeichert unter: Medialala, Poetry Slam | Schlagworte: , , , , , , , ,

Bislang noch gar nicht erwähnt habe ich meinen letzten Poetry Slam, also „meinen“ im Sinne von „von mir moderiert“, der am 7. September im akw stattfand. In dessen Verlauf gab es nämlich einige ganz eigenartige Vorkommnisse …

Neben meinen spontanen Stand-Up-Einlagen verlief vor allem die Auslosung auf ganz besondere und merkwürdige Weise: Es befanden sich 8 Poeten im Hut und es ergab sich, dass sie von ständig wechselnden Glücksfeen im Publikum in exakter alphabetischer Reihenfolge gezogen wurden (angefangen bei Adrian, Alexander und Anja bis zu Yvonne).
Ich habe daraufhin großmundig wie üblich versprochen, die Wahrscheinlichkeit einer solchen Ziehung zu berechnen (und ab nächstem Mal eine Annahmestelle für absurde Wetten an der Theke einzurichten).
Das Ergebnis, falls ich richtig gerechnet habe, also falls es sich dabei um Fakultät 8 handelt (lasse mich gerne korrigieren, angeblich lesen hier auch MathelehrerInnen mit):
Die Wahrscheinlichkeit, 8 Zettel in einer bestimmten Reihenfolge zu ziehen, liegt bei 1 zu 40320, oder, leicht aufgerundet, bei 0,0025 Prozent! Heißer Scheiß, wa? Da haben wir was erlebt!!!

Diesmal haben wir auch was ganz Neues und total Hippes ausprobiert: Wir, also „wir“ im Sinne von „DJ Tobi“, haben den Slam nämlich mitgefilmt – mit Tobis neuer Webcam. Den Ton haben wir separat über die Mikros aufgenommen. Das Ergebnis: Man versteht die Slammer hervorragend, allerdings sollten wir das nächste Mal noch ein Richtmikro für den Applaus an die Decke hängen, denn der war in echt 5 Mal lauter, als man es auf den Videos hört. Das wirkt manchmal etwas arg unausgewogen. Über die Bildqualität muss man nicht weiter sprechen, die kann man gleich unten sehen. Zoomen wäre zwar möglich gewesen, aber dann hätte man eher 48 Quadrate gesehen statt einem Gesicht oder einem größeren Körper.

Als Beispiel präsentiere ich hier Anja Dyes, die treueste Seele des Würzburger Slams. Ihr Mammutwerk „Wut“, aus dem sie bisher bei jedem Slam vorgelesen hat, scheint auserzählt und nun berichtet sie davon, warum sie gerne tote Tauben fotografiert.
Anja kam mit diesem kuriosen Text höchstverdient ins Halbfinale, musste sich dann aber den lustigen und mindestens ebenso sehenswerten Schwaben Alexander Willrich (Platz 2) und Hanz (Platz 1) geschlagen geben. Glückwunsch nochmal!

Und nun: Viel Spaß!

Nachtrag 14 Uhr: Alle Videos in sehr viel besserer Qualität gibts auf der akw-Myspace-Video-Seite!



Wie peinlich!
11. September 2008, 5:50
Gespeichert unter: Everyday Weird, Netzern | Schlagworte:



Heiteres Notenraten – mit Sachpreis!
10. September 2008, 6:39
Gespeichert unter: Uni

Nach dem Kanzlerinneneintrag hat sich erneut eine gewisse Kommentarfäule breitgemacht.
Deshalb lehne ich mich nun in zweierlei Hinsicht weit aus dem Fenster…

Die vorletzte Heavy-Learning-Nacht ist fast vorbei, Zeit für ein Gewinnspiel:

Donnerstag (morgen) Nachmittag trete ich, wie berichtet, zur ersten Diplomprüfung an. Das dazu passende Gewinnspiel geht so:

Wer als Erster die Note voraussagt, die ich bekomme, darf sich ein Geschenk im Wert von bis zu 10 Euro aussuchen, inklusive Versandkosten für Weiterwegwohnende. Eine Empfehlung hätte ich auch.  Und so, lieber Leser, kannst du GANZ EINFACH teilnehmen:

In den Kommentaren

1. die Notenvoraussage und
2. den gewünschten Sachpreis eintragen.

Das Wettbüro ist bis Donnerstag, 18.00 Uhr geöffnet.



Unnützes Wissen tatsächlich unnütz!

Im Rahmen der Vorbereitung auf meine Diplomprüfung im Schrägstrichfach Volkskunde/Europäische Ethnologie beschäftige ich mich derzeit mit Sagen – mythologischen, dämonologischen, geschichtlichen, ätiologischen und auch modernen Sagen, auch als Urban Legends oder FOAFTALEs (Friend Of A Friend Tale) bekannt bekannt. Ein Beispiel:

Freunde von mir waren kürzlich bei den Olympischen Spielen und haben ihren Hund mitgenommen. Sie gingen in ein Pekinger Restaurant, wo die Empfangsdame ihnen freundlicherweise den Hund abnahm. Sie dachten, er würde nun zum Dog-Sitting kommen. Weit gefehlt: Nach dem Essen (es wurde einfach so serviert) fragten sie das Fräulein, wo denn der Hund abgeblieben sei – sie deutete auf ihren Bauch.

…und fragte „Hat ni gesmää?“ (kleiner Zusatz meinerseits)

Um den Wahrheitsgehalt geht es zwar nicht, wenn man sich auf ethnologische Art mit der Erzählforschung befasst, doch es ist ein interessanter Nebenaspekt, der vor allem im Netz heftig diskutiert wird.

In unmittelbarer geistiger Nähe zu den foaftales wohnen abenteuerliche Gerüchte und Fakten aller Art, die ich in ihrer Gesamtheit mal als Popwissen umschreiben würde – in manchem Lifestyle-Magazin mit der Zielgruppe „dem Trend hinterherrennend und irgendwie um die 30″ werden sie auch als Unnützes Wissen bezeichnet.

Wie unnütz dieses Wissen tatsächlich ist, darauf stößt man, wenn man sich mit eben diesen modernen, oral und medial verabreichten Sensationenshäppchen etwas näher befasst. Hier sind nun einige mit Quellen (Q) versehene RICHTIGE und RICHTIGSTELLENDE Fakten:

Albert Einstein hatte zwar in seinem Abschluss-Zeugnis mehrere Sechsen, war aber dennoch ein herausragender Schüler. Das Gerücht, er sei zu Schulzeiten brotdumm gewesen, beruht auf einem Missverständnis seines ersten Biographen, bezüglich der Notengebung in Alpenländern. Einstein hatte in der Schweiz seine Matura absolviert – wo bekanntlich Sechsen den deutschen Einsen entsprechen. (Q)

Ein Satz wie „Die Erde ist eine Scheibe, Galileo!“ ist niemals gefallen. In diesem beeindruckenden Werbespot wurde das zwar in den 1990er Jahren behauptet doch tatsächlich ging es in der Auseinandersetzung zwischen Galileo Galilei und der katholischen Kirche um Auseinandersetzungen hinsichtlich des ptolemäischen und des kopernikanischen Weltbilds, wie jeder Schüler es in seinem Brecht hätte nachlesen sollen. Die Ehrensenf-Redaktion hat das wohl nicht getan.
Ich finde ja, der Dialog „Die Sonne dreht sich um die Erde, Galileo.“ – „Nein!“ hätte der Werbewirkung keinen Abbruch getan. Allerdings hätte man dann den Meereshorizont am Ende wohl etwas weniger kugelig gestalten müssen.

In der Sprache der Eskimos* existieren nicht viel mehr Ausdrücke für „Schnee“ als in jeder anderen Sprache auch. (mehr…)



Kerneresk: die Kunst der Moderation
2. September 2008, 9:54
Gespeichert unter: Medialala | Schlagworte: , ,

Die Pekinger Luft ist ihm vielleicht doch nicht so ganz gut bekommen.
Johannes B. Kerner in der Anmoderation des Kahn-Abschiedspiels am heutigen Abend:

„Von Gutenbergs Buchdruck bis zum Druck,
den ein Bayern-Spieler heute verspürt,
dauerte es kaum einen Wimpernschlag.“

Ich habe ja schon einige Gedichte und Texte interpretiert, aber bei solch wirren, dem Wortspiel geschuldeten  Gedankensprügen bin ich wirklich am Ende.